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Angeblich Signale vom Egypt-Air-Wrack empfangen

Offenbar hat die Notbake des abgestürzten A320 von Egypt Air Notsignale ausgesendet, die den Suchbereich stark eingrenzen. Doch die Blackbox ist noch nicht gefunden.

Ägyptisches Militär

Piloten in einem Suchflugzeug: Das Wrack bleibt verschwunden.

In der Suche nach dem Wrack der abgestürzten Egypt-Air-Maschine im Mittelmeer sind die Ermittler offenbar einen entscheidenden Schritt weiter gekommen: Laut Berichten der staatlichen ägyptischen Nachrichtenagentur hat Airbus Signale des Notfallsenders des A320 empfangen. Durch diese Signale lässt sich der Radius der Suche stark verkleinern – auf etwa 5 Kilometer.

Die Signale der so genannten Notfunkbake (Auf Englisch: emergency locator transmitter, kurz ELT) unterscheiden sich von den so genannten «Pings», die die Flugschreiber aussenden. Sie werden über Satellit empfangen.

Aussenden der Signale nach Absturz

Die ELT beginnen mit dem Aussenden der Signale entweder durch manuelle Befehle oder, wenn es bei einem Absturz zum Aufschlag auf Gelände oder Wasser kommt. Drei Stück waren im abgestürzten Airbus A320 von Egypt Air, eines davon im Heck, wo sich auch der Flugdatenschreiber befindet. Von welchem ELT die Signale kommen sollen, ist nicht bekannt.

Airbus selbst bestätigte den Empfang der Signale auf Nachfrage des US-Nachrichtensenders CNN allerdings nicht. Man unterstütze die Suchtrupps, kommentiere aber nichts. Merkwürdig an der Meldung über die Signale ist auch, dass diese normalerweise Stunden, und nicht Tage nach einem Absturz empfangen werden.

Informationen aus Ägypten nicht immer korrekt

In den vergangenen Tagen stieg das Misstrauen gegenüber den ägyptischen Behörden. Immer wieder kam es zu widersprüchlichen Informationen, etwa über den Unfallhergang. Nachdem etwa die griechische Regierung Informationen über den Flugverlauf bekannt gegeben hatte, die man nach Radarauswertungen errechnet hatte, widersprach Ägypten diesen Aussagen. Zusätzlich wurden Vorwürfe laut, dass das Militär falsch mit Beweismitteln umgehe.

Klar ist: Selbst wenn das Suchgebiet stark eingegrenzt werden kann, heißt das nicht, dass man die Blackbox nun sofort finden kann. Das Meer in dem Gebiet ist Tausende Meter tief, der Boden gleicht mit zahlreichen Schluchten einer Gebirgslandschaft. Und den Suchtrupps läuft die Zeit davon. Auch die Blackboxen selbst senden zwar Signale aus, allerdings nur für 30 Tage. Danach wird die Suche ungleich schwerer.

Diskussion um Live-Blackbox

Ziemlich sicher wird nun ein weiteres Mal die Diskussion um neue Blackbox-Technik hochkochen. Nach dem Absturz von Air-France-Flug AF447 im Atlantik wurde ebenfalls sehr lange nach der Blackbox im Meer gesucht, der Fall von Malaysia-Airlines-Flug MH370 bleibt weiterhin ein Rätsel. In der Branche wurde daher schon damals der Ruf nach einer Live-Blackbox laut.

Diese Blackbox würde die relevanten Flugdaten live an die operative Zentrale einer Fluggesellschaft senden, man könnte sie daher auch direkt auswerten und hätte in einem schlimmen Fall auch schneller Aufschluss über die Gründe eines Absturzes. Eine entsprechende Technik gibt es bereits. Malaysia Airlines etwa hat aus MH370 gelernt. Sobald ein Flugzeug seinen vorgeschriebenen Flugpfad verlässt, werden alle Daten live an die Airline gesendet. Auch Qatar Airways nutzt eine ähnliche Technik. Alle paar Sekunden werden relevante Daten an die Fluggesellschaft übermittelt.

Druck auf Airlines wächst

Vorschriften über eine Live-Blackbox gibt es allerdings noch nicht, auch wenn sich Behörden schon länger mit der Idee auseinandersetzen. Doch angesichts des neuen Falls von Egypt-Air-Flug MS804 ist es gut möglich, dass der Druck auf Airlines, die Technik zu installieren, weiter wächst.



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