Ticketkauf: Das Amadeus-System wies eine Sicherheitslücke auf.

Amadeus reagiertSicherheitslücke beim größten Buchungssystem

Wegen einer Schwachstelle im Buchungssystem von Amadeus konnten Experten Passagierinformationen verändern. Potenziell wären Millionen von Passagieren betroffen.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Amadeus ist unter den so genannten Global Distribution Systems (kurz GDS) die Nummer Eins der Welt. Die Spanier erreichen einen Marktanteil von 44 Prozent und liegen damit vor den Konkurrenten Sabre, Travelport oder Galileo. Ihr Buchungssystem wird von 141 Fluggesellschaften benutzt, darunter United, Lufthansa oder Air Canada. Nun haben ein israelischer Hacker und die Sicherheitsexperten von Safety Detective ein gravierendes Sicherheitsproblem beim Amadeus ausfindig gemacht.

Damit sind potenziell Millionen von Passagieren betroffen. Auf die Sicherheitslücke wurden die Experten aufmerksam, als sie einen Flug bei der israelischen Fluggesellschaft El Al buchen wollten. Sie erhielten eine unverschlüsselt versandte E-Mail mit einem Link, um ihre Passagierdaten zu überprüfen. Die entsprechende URL lautete: https://fly.elal.co.il/hier-stehen-dann-viele-Zahlen.

El Al gehackt

Das kam den wohlmeinenden Hackern komisch vor. Ihnen gelang es in der Folge, sich durch eine simple Anpassung eines Feldes im Code der Webseite die Namen und die Flugnummer anderer Passagiere zu erhalten. So bekam er Zugriff auf deren Konten im El-Al-Kundenportal. Danach konnten sie deren Meilen transferieren, Mahlzeiten und Upgrades kaufen und sogar die hinterlegten Telefon- und E-Mail-Daten ändern.

Security Detective kontaktierte umgehend El Al sowie Amadeus und schlug ihnen Maßnahmen vor, das Sicherheitsleck zu schließen. Kurz danach bestätigte Amadeus gegenüber dem Fachportal Bleeping Computer die Existenz der Sicherheitslücke. Die Airline und der Informatikkonzern versicherten, das Problem inzwischen gelöst und zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen installiert zu haben.

Nicht der erste Vorfall

Der Vorfall ist nicht der erste seiner Art: Im Dezember 2016 zeigten die Experten vom Security Research Lab in Berlin auf, wie Hacker bei den den drei Giganten Amadeus, Sabre, und Travelport mit geringem Aufwand Buchungen manipulieren könnten. Wegen ungenügender Schutzmaßnahmen sei somit etwa Meilenklau möglich. Einen ähnlichen Fall gab es auch bei der Thomas-Cook-Tochter Airshoppen. Ein norwegischer Programmierer entdeckte per Zufall, wie er sich Zugriff auf fremde Passagierdaten verschaffen konnte.

All das zeigt auch, warum man als Passagier niemals seine Bordkarte in den Sozialen Medien posten sollte, denn: Der Buchungscode erlaubt es, zahlreiche Änderungen vorzunehmen. Und mit einer simplen App lässt sich der Barcode einlesen, mit dessen Informationen Kriminelle noch viel mehr anstellen könnten.

Mehr zum Thema

Bordkarte): Auf ihr stehen viele wichtige Informationen.

Buchungscode ist ein Sicherheitsrisiko

Die gepostete Bordkarte: Auf Facebook oder Twitter gibt sie wegen Codes und Strichcode vieles preis.

Warum die Bordkarte nicht auf Twitter gehört

ticker-amadeus

Amadeus hatte zeitweise Verbindungsprobleme

ticker-amadeus

Amadeus plant Milliardenübernahme im Bereich Biometrie

Video

latam airbus a320 lima feuer
Notfall am Flughafen Lima: Aus einem Triebwerk eines Airbus A320 schlugen so lange Zeit Flammen, dass auch eine Tragfläche des Jets von Latam Feuer fing.
Timo Nowack
Timo Nowack
Die D-AIHW von Lufthansa: Der Airbus A340-600 machte die Derière.
Jetzt ist es vorbei mit Airbus A340-600 bei Lufthansa. Zum Abschied des letzten Exemplares des Vierstrahlers blicken wir auf fünf Besonderheiten zurück, die ihn zu einem der faszinierendsten Langstreckenjets machten.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
airbus a321 p2f qantas
Einst beförderten sie Fluggäste für China Southern: Jetzt erweitert Qantas mit umgebauten A321 ihre Frachterflotte und fliegt mit den Airbus-Jets für die australische Post. Es ist die Ablösung für die BAE 146-300.
Timo Nowack
Timo Nowack