Ronald Reagan (am Mikrofon) spricht über den Streik der Fluglotsen: Der Präsident der USA entschied sich für einen harten Kurs.

Ronald ReaganAls der US-Präsident 11.000 Fluglotsen feuerte

Fast 13.000 Fluglotsen legten im August 1981 in den USA die Arbeit nieder. Präsident Ronald Reagan reagierte mit Härte. Der Konflikt hat Folgen bis heute.

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Es war ein Streik riesigen Ausmaßes: Von etwa 17.000 Fluglotsen in den Vereinigten Staaten legten fast 13.000 am 3. August 1981 die Arbeit nieder. Rund 7000 Flüge wurden gestrichen. Zuvor waren Verhandlungen der Gewerkschaft Patco Professional Air Traffic Controllers Organization mit der Luftfahrtbehörde FAA gescheitert. Die Lotsen verlangten unter anderem mehr Gehalt und eine Vier- statt einer Fünf-Tage-Woche.

Da Bundesangestellte nicht streiken durften, erklärte Präsident Ronald Reagan den Streik für illegal. Er drohte, alle Fluglotsen zu entlassen, die nicht innerhalb von 48 Stunden die Arbeit wieder aufnehmen. Doch nur rund 10 Prozent der Streikenden folgten der Anordnung des Präsidenten - und der machte am 5. August 1981 seine Drohung wahr. Er veranlasste die Entlassung von mehr als 11.000 Fluglotsen und verhängte zusätzlich eine lebenslange Wiedereinstellungssperre gegen sie.

Behörde verhindert Luftfahrtkollaps

Im Oktober entzog die Federal Labor Relations Authority der Gewerkschaft Patco die Zertifizierung. Der Federal Aviation Administration FAA gelang es derweil mithilfe nicht streikender Lotsen sowie hinzugezogener Militärfluglotsen den befürchteten Luftfahrtkollaps zu verhindern. Dennoch brauchte es etliche Jahre und Milliarden Dollar, um wieder das Niveau von vor dem Streik zu erreichen, wie der Historiker Joseph A. McCartin 2011 in der New York Times schrieb.

Die Signalwirkung der Massenentlassung war gewaltig. Reagan zeigte nicht nur nach innen Stärke, sondern präsentierte sich auch gegenüber der Sowjetunion als harter Verhandler. In den USA ermutigte Reagans harter Kurs etliche Chef in der freien Wirtschaft, mit streikenden Arbeitern ebenfalls kompromisslos zu verfahren. Dabei war das gar nicht in Reagans Sinne. Er sah es als wichtig an, dass Arbeiter im privaten Sektor, das Recht haben, sich zu organisieren und für ihre Rechte einzustehen. Sogar den Bundesangestellten gestand er zu, zu verhandeln - aber eben nicht zu streiken, wie McCartin betont.

«Die Wurzel unserer Probleme»

Kein anderer Konflikt in den vergangenen 30 Jahren habe die Verhandlungsmacht der Arbeiter und Gewerkschaften so sehr untergraben wie dieser, bilanziert der Historiker. «Er hat auch unsere Politik in einer Weise polarisiert, die uns daran hindert, die Wurzel unserer wirtschaftlichen Probleme anzugehen: die anhaltende Stagnation der Einkommen trotz steigender Unternehmensgewinne und Arbeitsproduktivität», so McCartin.

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