Bombardier erhielt auch Aufträge von Kunden, die anonym bleiben wollen. Zum will ein bestehender Kunde 13 C-Series CS300 kaufen, ein afrikanischer Kunde unterzeichnete zudem eine Absichtserklärung zum kauf von 5 C-Series  .

Bombardier in NotAlarmstufe Rot für die C-Series

Airbus lehnte einen Kauf der C-Series ab. Das setzt Bombardier noch stärker unter Druck. Einige Experten sehen das Programm sogar gefährdet.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Head of Mechanical Final Assembly PC-12 (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Bei Bombardier sah man offenbar keinen anderen Weg mehr, als sich Airbus an die Brust zu werfen. Der kanadische Flugzeugbauer versuchte, dem europäischen Rivalen sein Projekt C-Series zu verkaufen. Denn er hat ein Geldproblem. Die Barmittel schwinden in gefährlichem Tempo. Ohne frisches Geld kann der Konzern mittelfristig nicht überleben. Doch Airbus winkte ab, wie am Mittwoch (7. Oktober) bekannt wurde.

Das macht die Lage für Bombardier nur noch unangenehmer. Nun weiß die ganze Welt, wie dringend der kanadische Konzern Geld braucht und wie akut die finanziellen Probleme bei der C-Series sind. Das drückt nicht nur auf einen allfälligen Verkaufspreis des Projekts. Es signalisiert auch potenziellen Bestellern der C-Series, dass es vielleicht besser wäre, erst mal abzuwarten. «Es sieht ziemlich düster aus», meint denn auch Luftfahrtexperte Kevin Michaels im Gespräch mit aeroTELEGRAPH.

C-Series-Programm steht auf der Kippe

Das neue Flugzeug habe nun endgültig ein «Wahrnehmungsproblem», so Michaels weiter. Es sei klar, dass das C-Series-Programm insgesamt auf der Kippe stehe. Und niemand kaufe gerne angesichts einer solchen Perspektive, erklärt der Experte vom Beratungskonzern ICF International. Und das ist besonders schlimm, weil die C-Series schon bis anhin kein Kassenschlager war. Boeing und Airbus hielten Bombardier bislang mit aggressiven Preisen für ihre älteren Modelle A320 und B737 NG in Schach.

Die letzte feste Bestellung von C-Series stammt von September 2014. «Man hat bei den Fluggesellschaften einfach Angst, dass der Jet eine einmalige Sache bleibt», so Michaels. Und solche Waisen kaufen Fluglinien nicht gerne, weil die Wartung schwieriger und daher teurer wird. Hinzu kommt, dass der sinkende Kerosinpreis Bombardier nicht gerade in die Hände spielt. Die Sparsamkeit ist eines der wichtigsten Verkaufsargumente für die C-Series.

Abfärben auf die Businessjets

Für Bombardier steht daher momentan alles auf dem Spiel. Denn die Probleme mit der C-Series wiegen auch auf die an sich erfolgreichen Bereiche der Businessjets und der anderen zivilen Flieger. Wenn das gesamte Unternehmen angeschlagen ist, fördere das die Zurückhaltung aller potenzieller Kunden. «Sie haben nun ein großes strategisches Problem», so Michaels.

Bombardier versucht zur Geldbeschaffung schon lange, andere Teile des Konzerns zu versilbern. Aber auch Gespräche über einen Verkauf der Zugsparte führten bislang nicht zum Erfolg. Einen Käufer für die C-Series zu finden dürfte inzwischen sehr schwierig sein. Boeing ist wohl ebenso wenig wie Airbus interessiert und Embraer kann sich ein solches Programm auch nicht leisten. Die chinesische Comac hätte wohl schon lange zugeschlagen, wenn sie wirklich Interesse hätte.

Muss die Regierung Bombardier helfen?

Für Michaels gibt es daher nur noch zwei wahrscheinliche Wege. Einerseits könnte die kanadische Regierung Bombardier helfen. Bereits finden offenbar erste Gespräche mit der Caisse de depot et placement du Quebec statt, der staatlichen Pensionskasse, wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet. Oder andererseits stellt Bombardier das C-Series-Programm ein. Michaels ist nicht alleine mit der Meinung. «Wir erwarten, dass das Programm gestoppt wird», so Experte  Richard Aboulafia von Teal Group.

Noch hat Bombardier aber Zeit, den Steuerknüppel herumzureißen. Doch die Uhr tickt.

Mehr zum Thema

ticker-bombardier-neu

Bombardier prüft Einstieg ins Geschäft mit Kampfflugzeugen

ticker-bombardier-neu

Bombardier investiert 270 Millionen Dollar in den USA

ticker-bombardier-neu

Bombardier investiert 50 Millionen Dollar in Wichita

Bombardier Global 6500: Darf in den USA nicht verkauft werden, sagt Präsident Donald Trump.

Trump will Bombardier aus den USA verbannen - doch die Drohung birgt einen sachlichen Fehler

Video

air new zealand syknest
Air New Zealand verschiebt den Start ihrer Schlafkojen für die Economy Class abermals. Eigentlich sollte Syknest 2026 endlich in der Boeing 787 abheben. Doch noch fehlt die Zertifizierung - da erneut eine Behörde bei der Zulassung nicht hinterherkommt.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Gulfstream G400 von Baires Fly: Das Flugzeug mit der Kennung LV-JQW brachte Flavio Bolsonaro in die USA.
Eine rund 22 Jahre alte Gulfstream G400 von Baires Fly brachte Flávio Bolsonaro und seine Familie über Ecuador nach Miami. Die argentinische Charterfirma flog einst auch Javier Milei - und auch ihr Eigentümer hat Ärger mit der Justiz.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
lufthansa fra gate of the future 07
Lufthansa und der Flughafen Frankfurt testen im Terminal 1, wie ein Gate effizienter funktionieren kann und zugleich komfortabler für die Gäste wird. Dabei geht es sowohl um Lounge-Elemente, als auch darum, Bewegungen zu analysieren und einem Software-Wirrwarr Herr zu werden.
Timo Nowack
Timo Nowack