Airbus A319 von Finnair: Die Fluglinie musste sich neu erfinden.

Chef Turkka KuusistoWie Finnair sich neu erfand - und wie es jetzt weitergehen soll

Die Sperre des russischen Luftraums zwang zur Anpassung des Geschäftsmodells. Das Netzwerk hat Finnair inzwischen angepasst und die Profitabilität wieder hergestellt. Doch wie will Chef Turkka Kuusisto die Fluglinie nun weiterbringen?

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland

Das historische Ereignis hat nicht nur die Welt verändert, sondern auch Finnair. «Leider jährt sich der Angriff Russlands auf die Ukraine bereits zum vierten Mal», sagte Vorstandsvorsitzender Turkka Kuusisto am Dienstag (24. Februar) vor Medienschaffenden. Das habe die Fluggesellschaft 2022 zum Umdenken gezwungen.

Dabei habe das finnische Konzept namens Sisu geholfen, so Kuusisto. Der Begriff gilt als unübersetzbar und meint extreme Ausdauer, Durchhaltevermögen, Hartnäckigkeit und Mut angesichts schwerer Widrigkeiten. Er umfasst mentale und körperliche Energie, der es FInnen und Finnen ermöglicht, über ihre Grenzen hinauszuwachsen. Genau das habe man anwenden müssen, so der Finnair-Chef.

Finnair nach wie vor stark in Asien

Ein Kern der Neuerungen ist die Neuausrichtung des Netzwerks. «Sie ist inzwischen abgeschlossen», so Kuusisto. Finnair fliegt heute deutlich mehr nach Nordamerika und bietet heute dort sieben Ziele an. Denn weil der russische Luftraum nicht mehr zur Verfügung steht, wurden die Flüge nach Asien, die früher das Rückgrat des Angebots waren, länger und wegen dem höheren Treibstoffverbrauch und Personalbedarf weniger rentabel.

Turkka Kuusisto: «Unsere Kundenbasis hat sich durch die Anpassungen im Netzwerk aber verändert»

«Dennoch sind wir in Asien nach wie vor groß», so Kuusisto. Keine andere europäische Fluggesellschaft biete mehr Kapazität nach Japan als Finnair, sagte er. Auch ist Finnair inzwischen seit drei Jahren wieder rentabel, auch wenn Streiks das Ergebnis im Jahr 2025 mit 68 Millionen Euro belastet haben.

Verstärkter Fokus auf beste Kundinnen und Kunden

«Unsere Kundenbasis hat sich durch die Anpassungen im Netzwerk aber verändert», sagt Kuusisto. Die Umsteigepassagiere seien nach wie vor wichtig. Aber relativ gesehen, habe ihre Bedeutung abgenommen. Reisende aus Finnland und nach Finnland sind für Finnair inzwischen zentraler. Trotz Boom bei Reisen in den Norden sehe er dort ebenfalls weiteres Potenzial für einen Ausbau, erklärte Kuusisto.

Dabei wolle man vor allem Kundengruppe noch besser bedienen, so Kuusisto. Er meint damit die Vielfliegenden. Den Weg dazu umschreibt er mit den Kernwerten, die man verkörpern wolle. Finnair wolle Bequemlichkeit, Zuverlässigkeit, ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und große Auswahl und hochwertige Produkte bieten.

Keine Angst vor Konsolidierung in Europa

Angst nach dem Verkauf von SAS, aber auch der Übernahme von ITA Airways und dem anstehenden Verkauf von Tap, außen vor zu bleiben, hat Kuusisto nicht. Er verweist auf Kooperationen und die Zusammenarbeit innerhalb der Oneworld-Allianz. Zudem schütze Finnair vor allem eines. Das beste Rezept in dieser Situation sei aber, rentabel zu sein - trotz russischer Luftraumsperrung. Und das habe man erreicht. Eben dank Sisu.

Schön, dass Sie hier sind! Unsere Redaktion kennt die Branche, ihre Akteure und Zahlen – seit vielen Jahren. Wenn Sie uns unterstützen wollen, zahlen Sie weniger als für ein Getränk am Flughafen. Zudem lesen Sie werbefrei und stärken die unabhängige Berichterstattung. Jeder Beitrag zählt. Jetzt hier klicken und abonnieren

Mehr zum Thema

ticker-finnair

Finnair erhöht Gewinnprognose für 2026 deutlich

ticker-finnair

Finnair stockt im Sommer Richtung Tokio auf

ticker-finnair

Finnair streicht Dubai für den gesamten Winter

ticker-finnair

Finnair besetzt zwei Führungspositionen neu

Video

Betankung einer Boeing 747 von Lufthansa: IN Frankfurt ist Kerosin knapp.
Der niedrige Wasserstand des Rheins wird zum Problem für Deutschlands größten Flughafen. Tankschiffe können nur noch eingeschränkt Kerosin liefern. Deshalb hat Lufthansa ihre Crews angewiesen, auf ausgewählten Strecken zusätzlichen Treibstoff nach Frankfurt mitzubringen.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Airbus U740 Valkyrie: Erstflug erfolgreich absolviert.
Sie startet ohne Landebahn, erreicht bis zu Mach 0,8 und kann bewaffnet werden: Die Airbus U740 Valkyrie hat ihren ersten Flug absolviert. Künftig soll das autonome Kampflugzeug gemeinsam mit Eurofightern operieren.
gerard al fil
Gérard Al-Fil
Boeing 747-8 von Lufthansa: Am 10.Oktober wäre es fast zu einem Tailstrike in Los Angeles gekommen.
Eine Boeing 747-8 von Lufthansa musste in Los Angeles durchstarten. Dabei kam das Heck des Jumbo-Jets der Piste bedenklich nahe.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies