Hitze: Wurde Reisenden von Air Malta zum Verhängnis.

Air MaltaWegen Hitze: Drei Passagiere werden in Malta im Flugzeug ohnmächtig

Hitzewellen plagen Südeuropa. Drei Gästen an Bord eines Airbus A320 Neo von Air Malta wurde das körperlich zu viel. Sie wurden bei ausgefallener Klimaanlage ohnmächtig.

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Soll man Hitzewellen Namen geben wie Stürmen? Darüber streitet die Wissenschaft aktuell. Die Weltorganisation für Meteorologie WMO ist dagegen, weil es noch keine einheitliche, anerkannte Konvention gibt und auch die Prognosen noch ungenau sind.

Andere argumentieren, Hitze töte jedes Jahr mehr Menschen als Stürme. Und gerade weil sie leise und unsichtbar sei, brauche es Namen, um auf ihre Gefahr hinzuweisen. Und so gibt es aktuell nur inoffizielle Namen für die Hitzewellen, die gerade Südeuropa plagen. Nach Cerberus ist es nun Charon, die vielen Orten in Italien und Spanien Temperaturen von weit über 40 Grad bringt.

Temperaturen bis zu 40 Grad

Auch Malta spürt die Hitzewelle. Auf der Insel im Mittelmeer wurden in den vergangenen Tagen Temperaturen von bis zu 40 Grad gemessen. Am Donnerstag (20. Juli) zeigte das Thermometer schon mittags um 12 Uhr über 37 Grad an und stieg weiter Richtung 40. Das hatte Folgen für die Gäste von Flug KM614 von Air Malta nach Rom.

Denn nachdem sie eingestiegen waren, gab es Probleme mit der Klimaanlage des Airbus A320 Neo. Deshalb stieg die Temperatur im Innern des Flugzeuges an, während die Besatzung den Jet am Flughafen Malta auf den Start vorbereitete. Und für drei Menschen war das zu viel. Sie erlitten einen Hitzekollaps und wurden ohnmächtig.

Crew musste ohnmächtige Gäste betreuen

Air Malta bestätigte gegenüber lokalen Medien den Zwischenfall. Die Airline erklärte, «eine Kombination aus extremen Temperaturen, die durch einen Fehler in der Klimaanlage noch verschlimmert wurde», sei schuld daran gewesen. Zuerst habe sich die Besatzung um die drei Betroffenen gekümmert, später hätten medizinische Rettungskräfte die Betreuung übernommen.

Hitzekollapse sind die Folge eines körperlichen Schutzmechanismus'. Der Körper versucht bei hohen Temperaturen, Hitze über die Haut abzugeben und erweitert die Blutgefäße in Bereichen wie Beinen und Arme. Dies führt zu einer markanten Umverteilung des Blutvolumens und kann dazu führen, dass das Gehirn nicht genügend Blut mehr bekommt. Die Folge kann eine kurze Bewusstlosigkeit sein.

Ähnlicher Vorfall in Las Vegas

Das Gleiche ist am Montag (17. Juli) in Las Vegas an Bord einer Boeing 757 von Delta Air Lines passiert. Weil die Klimaanlage beim Rollen zur Startbahn ausfiel und es draußen fast 44 Grad heiß war, verloren mehrere Gäste das Bewusstsein. Mindestens fünf Menschen mussten von medizinischem Fachpersonal betreut werden, als das Flugzeug wieder am Gate war.

Flughäfen sind mit ihren riesigen verbauten Flächen Wärmeinseln. Weil es kaum Schatten gibt und der Beton die Wärme reflektiert, kann es auf dem Vorfeld 50 bis 60 Grad heiß werden. Im Flugzeug versuchen Airlines, die Temperatur auf 22 bis 24 Grad einzustellen. Fällt die Klimaanlage aus, steigt die Temperatur jedoch schnell an, weil der Flieger von der Sonneneinstrahlung und der Hitzeabstrahlung des Bodens erwärmt und die Kabine zusätzlich von der Körperwärme der Reisenden aufgeheizt wird.

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