Containerschiff von MSC: Luftfracht kann die Seefracht ergänzen.

Reedereien in der LuftfahrtWarum MSC zusammen mit Lufthansa nach ITA greift

MSC ist Weltmarktführer in der Containerschifffahrt. Warum will der Konzern bei ITA Airways einsteigen und weshalb macht Lufthansa dabei mit?

Top-Jobs

k5 logo

Captain A320 (m/w/d)

K5-Aviation GmbH
München, Hamburg, Stuttgart
Feste Anstellung
Business Aviation
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
logo-gi-group

Teamleiter (gn) am Flughafen Hamburg

Hamburg
Feste Anstellung
Gi Group Recruiting
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair Logo

Kapitän C680A (all genders) mit Zusatzaufgaben

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair Logo

Deputy Continuing Airworthiness Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Die Geschichte von MSC liest sich wie ein modernes Märchen. Der Spross einer Familie, die seit dem 17. Jahrhundert zur See fährt, schafft es vom Offiziersanwärter zum Patron der weltgrößten Container-Reederei. Und jetzt steigt er auch noch in die Luftfahrt ein und kauft die Mehrheit der Nationalairline seines Heimatlandes. Doch was bringt der Einstieg zusammen mit Lufthansa Gianluigi Aponte und seiner MSC? Und hat das verschwiegene Unternehmen überhaupt die Ressourcen, um das Projekt ITA Airways zu stemmen?

Wirklich viel weiß man über MSC nicht. Es ist ein Familienunternehmen in Privatbesitz, Informationen über die Finanzen sind nicht öffentlich zugänglich. «Das Unternehmen hat sich erfolgreich zur größten Containerlinie der Welt und zu einem bedeutenden Akteur auf dem Kreuzfahrtmarkt entwickelt, ohne dass es offensichtliche Anzeichen für finanzielle Probleme gegeben hätte, selbst in schwierigen Zeiten», kommentiert Marcus Hand, Chefredakteur des Fachmagazins Seatrade Maritime News. MSC sei sehr erfolgreich.

Margen von 40 bis 50 Prozent

Darüber hinaus erlebe die Containerschifffahrt derzeit einen noch nie da gewesenen Boom. Die Gewinnmargen liegen bei 40 bis 50 Prozent - oder anders ausgedrückt: Von jedem umgesetzten Euro bleiben 40 bis 50 Prozent als Gewinn hängen. Mit Margen über 10 Prozent ist jeder Unternehmer sehr zufrieden.

Containerreedereien seien derzeit entsprechend sehr liquide. Ganz im Gegensatz zu Fluggesellschaften, die derzeit die größte Krise ihrer Geschichte durchmachen. Insofern ist es für Lufthansa, die eben erst ihre Staatshilfe zurückzahlte, sicherlich begrüßenswert, mit einem so finanzstarken Konzern gemeinsame Sache zu machen.

Imposante Traumgewinne

Laut Experte Hand könnte ein Vergleich mit dem größten Konkurrent von MSC Aufschluss über die Situation des Unternehmens mit Sitz in Genf geben. «Die beiden Unternehmen sind nicht identisch, aber sie vermitteln einen Eindruck von den Barmitteln, die MSC zur Verfügung stehen. Es wird erwartet, dass der Sektor im Jahr 2022 sein Rentabilitätsniveau beibehalten wird», so Hand.

Die Reederei AP Moller-Maersk verfüge über eine fast identische Kapazität wie MSC und prognostiziere für 2021 einen Vorsteuergewinn von 24 Milliarden Dollar, so Hand. Zum Vergleich: Die Lufthansa-Gruppe hatte im Vorkrisenjahr 2019 einen Vorsteuergewinn von rund 4,8 Milliarden ausgewiesen.

Allianzen kennen beide Branchen

Erfahrung in der Luftfahrt hat man bei MSC derzeit noch keine. «Es ist meines Wissens das erste Mal, dass der Konzern sich für die Branche interessiert», so Hand. Daher sei das Know-how von Lufthansa bei der Akquisition der ITA-Anteile essenziell. MSC arbeite auch in der eigenen Branche schon erfolgreich mit Konkurrenten zusammen, so auch mit AP Moller-Maersk in der globalen 2M Alliance.

MSC ist mit dem Interesse an der Luftfahrt nicht allein. Der französische Konzern CMA CGM hat kürzlich CMA CGM Air Cargo gegründet und hat Airbus A350 F bestellt. AP Moller-Maersk kaufte den deutschen Spediteur Senator International vor allem, um das Luftfrachtgeschäft auszubauen. Dass Schifffahrtskonzerne sich für die Luftfahrt interessieren, sei definitiv ein Trend, den man gerade beobachten könne, so Hand.

Mehr Reichweite, mehr Kunden

«Die führenden Containerlinien versuchen, ihre Reichweite auf andere Bereiche der Lieferkette auszudehnen - auf dem Landweg mit Logistikunternehmen und auch in der Luftfracht, um ihren Kunden ein umfassenderes Angebot als nur den einfachen Punkt-zu-Punkt-Seeverkehr zu bieten» so, Hand.

Auch speziell für MSC dürften darin die Vorteile liegen. Luftfracht wird als Alternative für zeitkritische Fracht genutzt. Zudem sind laut Experte Hand die derzeitigen Containerfrachtraten sehr hoch. Relativ gesehen vergünstigten sich dadurch die Luftfrachtpreise. «MSC hat sicherlich viele Kunden, die auch Luftfracht nutzen.»

Mehr zum Thema

Containerschiff von MSC: Ein riesiges Familienunternehmen.

Wer ist MSC, die mit Lufthansa ITA Airways kaufen will?

Schiff von MSC mit Boeing 747-8 von Lufthansa: Gemeinsame Sache bei ITA.

Lufthansa will mit Schifffahrtsriese MSC Mehrheit von ITA Airways

Flieger von ITA Airways: Die Fluglinie sucht einen Partner, der Geld mitbringt.

Delta Air Lines winkt bei ITA Airways ab

sri lankan airlines airbus a330 300

Sri Lankan Airlines will forsch wachsen - doch es fehlen Flugzeuge

Video

Der Airbus A321 Neo von Frontier: Die Passagiere verließen das Flugzeug über die Notrutschen.
Dramatische Szenen am Flughafen Denver: Ein Airbus A321 Neo von Frontier Airlines stoppte den Startlauf abrupt, nachdem das Flugzeug eine Person auf der Piste erfasst hatte.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Absturzstelle: Hier prallte der Jet ins Gebirge.
Der Absturz von Flug MU5735 beschäftigt Ermittlungsbehörden seit mehr als vier Jahren. Jetzt deuten neue Daten darauf hin, dass es im Cockpit der Boeing 737 von China Eastern Airlines vor dem Crash zu einem Kampf um die Kontrolle kam.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Der Moment vor der Berührung: Die Boeing 767 von United fliegt extrem niedrig an.
Eine Boeing 767 von United Airlines ist bei der Landung in Newark extrem tief geflogen. Neue Videoaufnahmen zeigen nun von außen, wie das Hauptfahrwerk den Lastwagen auf der Autobahn berührte.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin