Flugzeug: Die Vereinigung Cockpit nennt noch keine Namen.

Daten sollen an Behörden gehenVereinigung Cockpit warnt vor «dubiosen» Leasing-Firmen

Der Berufsverband der Pilotinnen und Piloten kritisiert undurchsichtige Beschäftigungspraktiken im Wet-Lease-Geschäft. Er will die Behörden einschalten.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Head of Mechanical Final Assembly PC-12 (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland

Wenn eine Airline nicht nur Flugzeuge mietet, sondern die Crews gleich dazu, spricht man von Wet-Lease. Eurowings setzt so in diesem Sommer beispielsweise Flugzeuge und Besatzungen von Avion Express und Air Baltic ein, Condor arbeitet mit Smartlynx und Sundair zusammen, Tuifly nutzt einen Flieger samt Crew von der litauischen Getjet*.

Beliebt ist Wet-Leasing bei Fluglinien besonders, um in Stoßzeiten oder in unvorhergesehenen Situationen die Nachfrage abdecken zu können, teilweise auch sehr spontan, ohne dafür zusätzliches Personal einzustellen. Nun kritisiert die Vereinigung Cockpit allerdings, man beobachte in Deutschland und Europa eine «zunehmende Ausweitung von Wet-Leasing als dauerhaftes Mittel zur Kostensenkung».

«Undurchsichtige Beschäftigungspraktiken»

Es fehle an einer Wet-Leasing-Begleitung durch Tarifverträge zwischen Fluggesellschaften und Gewerkschaften, so der Berufsverband der Pilotinnen und Piloten. Das führe zu Sozialdumping, also zu einer Verlagerung in Länder, in denen nicht die gleichen arbeits- und sozialrechtlichen Standards gelten wie hierzulande.

«Neuerdings operieren immer mehr auf dieses Geschäftsmodell spezialisierte Unternehmen mit teils undurchsichtigen Beschäftigungspraktiken auf dem Markt», so die Vereinigung Cockpit. Diese würden Pilotinnen und Piloten in die Scheinselbstständigkeit drängen oder über Agenturen zweifelhafte Arbeitnehmerüberlassung praktizieren.

Gesammelte Daten sollen an Behörden gehen

Das werde auf Seite der Leasingnehmer «sogar von etablierten Unternehmen billigend in Kauf genommen», kritisiert Stefan Herth, Chef der Vereinigung Cockpit. Man werde nun «alles daran setzen, diese dubiosen Formen des Wet-Leasings trockenzulegen».

Die Vereinigung Cockpit erklärt, sie habe in diesem Zusammenhang im vergangenen Jahr umfangreiche Daten über Beschäftigungsmodelle und Flugbewegungen gesammelt und ausgewertet. Namen will sie auch auf Nachfrage noch nicht nennen. Man habe zuerst die entsprechenden Leasingnehmer informiert und werde die Daten auch an die an die zuständigen Behörden übergeben. Zuständig ist in diesem Fall der Zoll.

Verband fordert breite Kontrollen

«Wie schon bei dem Kampf gegen die insbesondere über Irland praktizierte direkte Scheinselbstständigkeit im Luftverkehr sind nun die Behörden gefragt, mit breiten Kontrollen Scheinselbstständigkeit und illegale Arbeitnehmerüberlassung bei Subunternehmen und Wet-Leasing Anbietern zu kontrollieren und diesen fragwürdigen Machenschaften ein Ende zu setzen», fordert Vereinigung-Cockpit-Chef Herth.

*Korrektur: Zuerst hieß es an dieser Stelle, Tuifly nutze Jets von Smartlynx und European Air Charter. Dabei handelt es sich allerdings um Vollcharter-Partner von Tui und anderen Reiseveranstaltern, nicht um Wet-Lease-Partner der Airline Tuifly. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Mehr zum Thema

Das Flugzeug von Leav: Die D-ANDI steht im Dauereinsatz.

Junge deutsche Airline hilft Tuifly aus

Airbus A320 von Avion Express: Die Litauer fliegen im Sommer viel für Eurowings.

Eurowings holt sich ein Zehnerpack Airbus-Jets

Swiss: Gewerkschaften protestieren gegen Wet-Lease-Auftrag an Air Baltic

Swiss: Gewerkschaften protestieren gegen Wet-Lease-Auftrag an Air Baltic

Flugzeug von DAE Capital: Der Anbieter wird größer und größer.

DAE spurtet weiter in Richtung Weltspitze im Flugzeugleasing

Video

6767 bitte? Der Wunsch wurde dem Piloten erfüllt.
Ein Privatpilot in den USA wollte beim Funken offenbar ein bisschen Spaß haben. Also fragte er die Flugsicherung nach einem ganz bestimmten Transpondercode: 6767. Der Fluglotse verstand die Anspielung auf das Internet-Meme Six Seven und musste lachen.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Anflug auf Tel Aviv mit Airbus A330 von Swiss: Vorerst nicht mehr möglich.
Jahrelang gehörte der Airbus A330 auf der Strecke zwischen Zürich und Tel Aviv zum gewohnten Bild. Doch damit ist vorerst Schluss: Swiss stellt im Sommer 2027 sämtliche Flüge auf Airbus A321 Neo um.
Luca La Rocca
Luca La Rocca
latam airbus a320 lima feuer
Notfall am Flughafen Lima: Aus einem Triebwerk eines Airbus A320 schlugen so lange Zeit Flammen, dass auch eine Tragfläche des Jets von Latam Feuer fing.
Timo Nowack
Timo Nowack