Eher ungewöhnlich ist das, was Reisende auf Flug GA4208 von Garuda Indonesia von Jeddah nach Medan erlebten. Der Airbus A330-900 mit der Kennung PK-GHI startete am vergangenen Freitag (8. Mai) pünktlich in Saudi-Arabien, landete aber mit rund 4,5 Stunden Verspätung in der Hauptstadt der indonesischen Provinz Sumatra Utara. Wie kann das sein?
A330 Neo von Garuda drehte im Flug 25 Warteschleifen
Nach dem Start in Jeddah flog der A330 Neo von Garuda Richtung Osten, überquerte Saudi-Arabien und den Oman und querte das Arabische Meer Richtung Indien. Nach rund fünf Stunden Flug drehte er kurz vor der südindischen Stadt Madurai die erste Warteschleife. Er passierte danach die Stadt, kehrte aber sofort wieder um und kreiste knapp vier Stunden lang in mehr als 25 Warteschleifen über dem südindischen Nirgendwo, bevor er seinen Flug Richtung Indonesien fortsetzte.
Doch was war der Grund für die knapp vier Stunden Warteschleifen über Südindien? Das Portal One Mile at a Time berichtet, dass ein großer Teil des Luftraums über der Bucht von Bengalen für einen indischen Raketentest gesperrt war. Indien hatte am 8. Mai eine ballistische Rakete vom Typ Agni getestet, die eine Reichweite von bis zu 10.000 Kilometern hat.
Rätsel um die Menge an Treibstoff
Doch warum ist der Flug von Garuda Indonesia in dem Wissen gestartet, dass es zu einer möglichen Luftraumsperrung kommen könnte? Gleichzeitig stellt sich die Frage, warum der Airbus A330-900 so viel Kerosin dabei hatte, dass er in der Lage ist, vier Stunden zu kreisen.
Vermutet wird auch, dass es sich um einen sogenannten Tankerflug gehandelt haben könnte, bei dem das Flugzeug bewusst in Saudi-Arabien vollgetankt wurde, weil Kerosin dort günstiger ist als in Indonesien. Garuda Indonesia hat sich bisher nicht zu dem Flug geäußert.
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