Boeing B737 von Blue Air: Bald in neuen Händen.

Kriselnde Blue Air zu verkaufen

Die rumänische Fluglinie steckt in Geldnot und ihr Besitzer sitzt im Gefängnis. Darum sucht sie einen neuen Eigner. Es soll schon sechs Interessenten geben.

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Nelu Iordache kann seine Firmen nicht mehr führen. Denn der 45-jährige Unternehmer sitzt seit Ende November im Gefängnis. Die rumänische Staatsanwaltschaft wirft ihm schweren Betrug vor. Im Rahmen des Baus eines Autobahnteilstücks, das größtenteils aus dem EU-Kohäsionsfonds finanziert wurde, soll Iordache 25 Millionen Lei (5,7 Millionen Euro/6,9 Millionen Franken) unterschlagen haben. Der Angeklagte soll mittels Rechnungen für fiktive Aufträge Geld an eigene Firmen gelenkt haben. Dennoch steckt Iordaches Imperium offenbar in finanziellen Nöten, so auch seine Billigfluggesellschaft Blue Air. Sie annullierte im Januar eine Bestellung von fünf neuen Boeing B737NG.

Der neue Aufsichtsrat von Blue Air will mit dieser Vergangenheit brechen. Er sucht deshalb einen neuen Eigentümer für die Fluggesellschaft. Kreditwürdige Investoren könnten sich bis zum 20. April melden und ein Gebot abgeben, erklärte das Gremium vergangene Woche in einer Medienmitteilung. Mit einem neuen Eigner wolle man die Stellung auf dem rumänischen und europäischen Markt stärken und die Qualität verbessern, so der Aufsichtsrat. Größere Flotte, mehr Frequenzen, das sind die Ziele.

Flotte von sechs Flugzeugen

Die Verantwortlichen sind guter Dinge. «Es gingen schon sechs Angebote von rumänischen und ausländischen Investoren ein», erklärte ein Insider dem rumänischen Wirtschaftsportal Daily Business. Blue Air betreibt derzeit eine Flotte von vier Boeing B737-400, einer B737-500 und einer B737-300. Die 2004 gegründete Airline steuert 22 Ziele in zehn Ländern an.

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