Flugbegleiter von China Airlines: Mitte November flog die erste rein männliche Crew nach New York.

Von Flugleitern selbst organisiertGleichberechtigung bei China Airlines: Rein männliche Crew fliegt von Taipeh nach New York

Kabinenpersonal ist traditionell überwiegend weiblich. Doch Flugbegleiter von China Airlines haben nun ein starkes Zeichen gegen Geschlechterklischees gesetzt: Sie führten den ersten Flug mit ausschließlich männlichem Personal durch.

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Taiwan nimmt in Asien eine Vorreiterrolle in Fragen der Gleichberechtigung und Demokratie ein. Im weltweiten Vergleich belegte der Inselstaat 2021 den sechsten Platz und das, obwohl der Konfuzianismus die taiwanesische Gesellschaft über Jahrhunderte tief geprägt hat. In dieser philosophischen Lehre gilt die Familie als Kern der Gesellschaft: Traditionell wird der Mann als Familienoberhaupt angesehen, während Frauen eine untergeordnete Rolle einnehmen und vor allem für Haushalt und Kindererziehung zuständig sind.

Heute sind im taiwanesischen Parlament knapp 42 Prozent der Abgeordneten Frauen und von 2016 bis 2024 hatte das Land mit Tsai Ing-wen eine Präsidentin. 2018 wurde das Gleichstellungsgesetz verabschiedet, was eine gleiche Bezahlung, Chancengleichheit am Arbeitsplatz und Schutz vor Diskriminierung und sexueller Belästigung für Männer und Frauen garantiert. Traditionelle Rollenbilder bröckeln, besonders bei der jüngeren Generation.

Erste rein männliche Crew

Sexismus, Unterrepräsentation und Gleichstellung betreffen alle Geschlechter. Ein Zeichen für echte Gleichberechtigung setzte Mitte November eine Crew von China Airlines: Mit der ersten rein männlichen Besatzung in der Unternehmensgeschichte. Kurz zuvor hatte die Taoyuan Flight Attendants Union (TFAU), die taiwanische Flugbegleitergewerkschaft, durchgesetzt, dass die Besetzung von Flügen nicht mehr vom Geschlecht abhängen darf.

Initiiert und medial promoted wurde der Flug nicht von der Marketingabteilung der taiwanesischen Airline, sondern war das Ergebnis einer Privatinitiative von Flugbegleitern, berichtet One Mile at a Time. Zum einen wollten sie damit ein Zeichen für Gleichberechtigung setzen. Zum anderen gibt es nicht besonders viele männliche Flugbegleiter – und schon gar nicht so viele, die sich untereinander gut kennen.

Der Plan der Flugbegleiter klappte im ersten Anlauf

Die Idee entstand im August: Flugbegleiter mit einer Dienstzeit von mindestens zehn Jahren bewerben sich gezielt auf denselben Flug. Denn bei China Airlines gilt: Je höher die Dienstzeit, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, den gewünschten Flug zugeteilt zu bekommen.Hätte sich eine Kollegin mit höherer Dienstzeit auf denselben Flug beworben, hätten die Männer ihre Bewerbung zurückgezogen, so der Plan.

Überraschenderweise klappte es bereits im ersten Anlauf, schreibt Derek Lin, einer der Flugbegleiter bei Instagram. Laut Lin könne es daran gelegen haben, dass New York-Flüge im Winter nicht sonderlich beliebt seien. Und so startete die Boeing 777 als China-Airlines-Flug 12 am 11. November mit einer rein männlichen Crew von Taipeh Richtung New York.

Zeichen gegen Geschlechterklischees

«Dies ist nicht nur ein kleiner Meilenstein, sondern auch ein Zeichen dafür, dass wir in jedem Beruf die veralteten Geschlechterklischees und -etiketten hinter uns lassen können», schließt Derek Lin.

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