Flugzeuge von United, Delta und Southwest: Daten von Buchungen über Reisebüros gehen an die Regierung.

Airlines Reporting CorporationFluggesellschaften verkaufen mehr als fünf Milliarden Ticket-Datensätze an die Regierung der USA

Ein Unternehmen im Besitz etlicher Airlines verkauft Daten von Fluggästen an Regierungsbehörden in den USA. Die Menge ist riesig.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

In den 1980er-Jahren entstand in den USA das Unternehmen Airlines Reporting Corporation, kurz ARC. Es wickelt Ticket-Transaktionen ab zwischen Fluggesellschaften und Reisebüros, sowohl traditionelle als auch Online-Reisebüros. ARC ist im Besitz großer Fluglinien, darunter American, Delta und United. Im Aufsichtsrat sitzen neben Vertretern dieser drei Airlines auch solche von Southwest, Jetblue, Alaska Airlines, Air Canada, Air France und Lufthansa.

ARC hilft auch bei der Betrugsprävention und erkennt Trends in Reisedaten. Außerdem arbeitet ARC auch als Datenbroker. Im Rahmen des Travel Intelligence Program, kurz TIP, verkauft die Firma Passagierdaten an Regierungsbehörden wie etwa Secret Service und ICE. Das Portal 404 Media hat sich über das Bundesgesetz Freedom of Information Act jetzt Einsicht verschafft in einen neuen Vertrag zum TIP. Der zeigt, dass es um Informationen zu mehr als 270 Fluggesellschaften und von mehr als 12.800 Reisebüros geht.

«Fünf Milliarden Ticketdatensätze für Suchfunktionen»

TIP wird täglich mit den Ticketverkäufen des Vortages aktualisiert. Behörden können die Daten nach Name, Kreditkarte, Airline und mehr durchsuchen. Der neue Vertrag zeigt, dass es um viel mehr Daten geht, als bisher bekannt. Er besagt laut 404 Media, dass ARC der Regierung «fünf Milliarden Ticketdatensätze für Suchfunktionen» zur Verfügung stellt. Zuvor gab es Berichte über rund eine Milliarde Datensätze aus einem Zeitraum von drei Jahren.

Zu den Nutzern gehören die Behörden ICE (Immigration and Customs Enforcement), CPB (Customs and Border Protection), SEC (Securities and Exchange Commission), AFT (Bureau of Alcohol, Tobacco, Firearms and Explosives), IRS (Internal Revenue Service), TSA (Transportation Security Administration), der United States Marshals Service und das Außenministerium. Aus einer Gerichtsakte erfuhr 404 Media, dass das FBI im Rahmen einer Drogenermittlung ARC bat, die Datenbanken nach einer bestimmten Person zu durchsuchen.

«Daten für strafrechtliche und Ermittlungszwecke»

Der Secret Service will laut den Dokumenten bis zum Jahr 2028 für den Datenzugriff 885.000 Dollar zahlen. Die Behörde ging gegenüber 404 Media nicht auf die Frage ein, ob sie einen Gerichtsbeschluss oder Ähnliches für die Durchsuchung der ARC-Daten beantragt.

Das AFT, das Bureau of Alcohol, Tobacco, Firearms and Explosives teilte dem Portal mit, es verwende «ARC-Daten für strafrechtliche und Ermittlungszwecke im Zusammenhang mit Waffenhandel und anderen Ermittlungen im Zuständigkeitsbereich der ATF». Man befolge die Richtlinien des Justizministeriums und die entsprechenden rechtlichen Verfahren, um die Daten zu erhalten und zu durchsuchen. «Der Zugriff auf das System ist auf eine sehr kleine Gruppe innerhalb der ATF beschränkt, und alle innerhalb von ARC gesuchten Personen müssen Teil eines aktiven, offiziellen ATF-Falls/einer ATF-Ermittlung sein.»

TIP nach Terroranschlägen vom 11. September 2001 geschaffen

Ein ARC-Sprecher erklärte, dass TIP «nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 geschaffen wurde und seitdem von den US-Geheimdiensten und Strafverfolgungsbehörden mit überparteilicher Unterstützung zur Unterstützung der nationalen Sicherheit und zur Verhinderung krimineller Aktivitäten eingesetzt wird».

Im Laufe der Jahre habe TIP wahrscheinlich zur Verhinderung und Festnahme von Kriminellen beigetragen, die in Menschenhandel, Drogenhandel, Geldwäsche und Sexhandel, Bedrohungen der nationalen Sicherheit, Terrorismus und andere unmittelbare Bedrohungen der Vereinigten Staaten verwickelt seien. Der Sprecher erklärte zudem: «Gemäß der Datenschutzrichtlinie von ARC können Verbraucher ARC bitten, vom Verkauf ihrer personenbezogenen Daten abzusehen.»

Mehr zum Thema

ticker-usa

USA fördern neue Flugverbindungen mit 11,35 Millionen Dollar

Flughafen Newark bei New York: Auch von den Problemen betroffen.

Bauarbeiter durchtrennen Kabel und lösen massive Störung der Flugsicherung im Nordosten der USA aus - Tausende Flüge betroffen

Flugzeug von Iran Air: Nicht nur sie wollen die USA treffen mit ihren Maßnahmen.

USA wollen alle iranischen Airlines ab Mittwoch weltweit lahmlegen

Kampfdrohneneinsatz im Dschungel Kein Entkommen für Drogenschieber

Wie die Armee der USA Drogenkartelle aus der Luft bekämpft

Video

Ex-Swissair-Sprecher Urs Peter Naef: «»
Als die Nachricht vom Absturz vor Halifax eintraf, war das Krisenhandbuch der Swissair-Kommunikationsabteilung noch nicht fertig. Medienverantwortlicher Urs Peter Naef musste improvisieren - und zugleich die Angehörigen vor aufdringlichen Medien schützen. Seine wichtigste Lehre aus der Katastrophe: «Steh zu dem, was passiert ist, und zeig Flagge.»
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Kälin
Mit der Rückkehr der Angehörigen aus Kanada war die Arbeit für die Swissair längst nicht beendet. Persönliche Gegenstände mussten zurückgegeben, Gedenkveranstaltungen organisiert und Familien weiter begleitet werden. Der Ehemalige Finanzchef Walter Kälin blickt auf die Herausforderungen zurück – und erklärt, wie die Erfahrungen von damals die heutige Krisenbetreuung prägen
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Ex-Swissair-Personalchef Matthias Mölleney zum Unglück von Flug SR1111: «...»
Als Flug SR111 von Swissair vor Halifax abstürzte, war Matthias Mölleney erst seit 95 Tagen Personalchef der Airline. Plötzlich musste er die Angehörigen und Mitarbeitenden betreuen und zugleich den Flugbetrieb aufrechterhalten. Fast drei Jahrzehnte später erinnert er sich an die schwersten Tage seiner Karriere – und an die Lehren für das spätere Grounding.
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier