Oldtimer auf der Avenida Malecón in Havanna: typisch für Kuba.

Havanna, Varadero, HolguinCondor streicht im Sommer alle Kuba-Flüge

Der kubanische Tourismus steckt in einer tiefen Krise. Aufgrund zu geringer Nachfrage wird auch Condor im Sommer 2025 ihre Flüge zum Inselstaat in der Karibik einstellen.

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Es war ein ganz besonderer Flug: Im März verabschiedete Condor ihre letzte Boeing 767 auf der Strecke Havanna - Frankfurt. Im nächsten Sommer wird sie sich von der ganzen Route verabschieden. Denn dann stellt der deutsche Ferienflieger seine Kuba-Flüge ein.

Unter Berufung auf Condor-Angaben gegenüber Reiseveranstaltern berichtet das Magazin Reise vor 9, die Airline werde nicht nur - wie bereits bekannt - die Flüge nach Holguin im Sommer beenden. Vielmehr soll nach dem letzten Holguin-Flug am 27. April 2025 der letzte Varadero-Flug am 29. April folgen. Havanna wird demnach zuletzt am 2. Mai bedient.

Nachfrage nach Kuba-Flüge sinkt

«Condor wird im kommenden Sommer keine Flüge nach Kuba anbieten, sondern die Kapazitäten an Ziele verlagern, die sich einer höheren Nachfrage erfreuen», bestätigte eine Airline-Sprecherin gegenüber aeroTELEGRAPH. «Die Flugplanung und Netzwerkgestaltung von Fluggesellschaften richten sich grundsätzlich nach dem Gebot der Wirtschaftlichkeit.» Genaue Details werde man zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgeben.

Zum einen hat sich die Nachfrage nach Kuba-Reisen nach der Pandemie nicht wieder ganz erholt. Das Magazin Travel Tour World berichtet, von Januar bis Oktober 2024 habe Kuba einen Rückgang der Touristenzahlen um mehr als 48 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Vor-Pandemie-Jahr 2019 verzeichnet. Die Hotelauslastung sei auf 25 Prozent gesunken, besonders stark sei der Rückgang der Reisenden aus Nordamerika.

Stromausfälle und Warnung

Auch aus Großbritannien schwindet die Nachfrage. «In diesem Jahr gab es nur noch einen wöchentlichen Charterflug von Großbritannien: von Manchester zum wichtigsten Ferienort Varadero», schrieb die Zeitung The Independent im Oktober. «Tui stellte dann sogar diesen Flug ein und trennte Kuba zum ersten Mal seit drei Jahrzehnten von Großbritannien.»

Zudem machten zuletzt landesweite Stromausfälle Schlagzeilen. Vor diesem Hintergrund hatte das Auswärtige Amt schon im Oktober geschrieben: «Es wird empfohlen, Reisen nach Kuba umsichtig vorzubereiten und die Notwendigkeit der Reise sorgsam zu prüfen.»

Nur noch Edelweiss ab Zürich

In der Aktualisierung vom 5. Dezember hieß es zuletzt: «Nach dem jüngsten landesweiten Stromausfall in Kuba am 4. Dezember 2024 ist das nationale Stromnetz aktuell wiederhergestellt.» Die Kapazität zur Stromerzeugung decke aber nicht den Bedarf. «Es kann daher überall im Land weiterhin zu längeren Stromabschaltungen kommen.»

Wenn Condor ihre Flüge einstellt, fliegt ab Deutschland, der Schweiz und Österreich nur noch die Lufthansa-Tochter Edelweiss aus Zürich den Inselstaat an.

Armut in Kuba ist groß

Für die Menschen in Kuba sind all das bittere Nachrichten. Laut einem Bericht der kubanischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte leben 89 Prozent der Menschen des Inselstaates in großer Armut. Sowohl regelmäßige Kuba-Reisende als auch Crewmitglieder nehmen daher regelmäßig alltägliche Dinge wie Kleidung als Spenden mit nach Kuba.

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