Hinweis auf Wet-Lease bei Braathens: Die Zusammenarbeit wurde ausgesetzt.

AUA-Operativchef Stefan-Kenan ScheibAustrian Airlines: «Wir schließen nicht aus, dass wir in Zukunft wieder mit Braathens zusammenarbeiten»

Drei ATR 72-600 weniger im Streckennetz, ein überraschendes Vertragsende und offene Fragen zur Kapazität im Sommer: Austrian Airlines hat die Partnerschaft mit Braathens Regional Airways kurzfristig beendet. Operativchef Stefan-Kenan Scheib erklärt nun die Hintergründe.

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Es war ein Paukenschlag, als Austrian Airlines im vergangenen Dezember bekanntgab, die Zusammenarbeit mit Braathens Regional Airways mit sofortiger Wirkung zu beenden. Bis dahin hatte der schwedische Wet-Lease-Partner die Lufthansa-Tochter mit drei ATR 72-600 unterstützt, die auf zwölf Strecken im Netz von Austrian im Einsatz waren. Über die Hintergründe des abrupten Endes wurde seither spekuliert. Nun äußert sich Austrian-COO Stefan-Kenan Scheib im Gespräch mit aeroTELEGRAPH zu den Gründen – und zur aktuellen Lage.

Für den Sommerflugplan waren die drei Turboprops ursprünglich fest eingeplant. «Braathens war für uns ein sehr wichtiger Partner», sagt Scheib. Die Flugzeuge hätten das Portfolio auf zahlreichen Strecken sinnvoll ergänzt. Entsprechend sei die Entscheidung, die Partnerschaft zu beenden, nicht leicht gefallen.

Austrian Airlines setzt im Winter zwei Airbus A220 von Air Baltic ein

Für den Winter konnte Austrian die Lücke kurzfristig schließen. Zwei Airbus A220 von Air Baltic sowie eine Embraer E195 von Helvetic sprangen ein. Zusätzlich wurden Ausfälle mit eigenem Fluggerät kompensiert – möglich, weil im Winter nicht alle Kapazitäten ausgeschöpft sind. Für den Sommer bleibt die Situation allerdings anspruchsvoll. Um die Osterverkehrsspitzen abzufedern, greift Austrian früher als geplant auf Air-Baltic-Flugzeuge zurück. Ab dem Sommerflugplan 2026 kommt zudem eine siebte Air-Baltic-Maschine hinzu, die in Wien stationiert und im kontinentalen Streckennetz eingesetzt wird.

Neben Air Baltic wird auch die Konzernschwester Air Dolomiti wie geplant mit zwei Flugzeugen für Austrian fliegen. Eine darüber hinausgehende Unterstützung sei in der reisestarken Sommersaison jedoch nicht möglich, so Scheib.

Austrian Airlines steht zur Entscheidung, sich von Braathens zu trennen...

Einen direkten Ersatz für die ATR 72-600 zu finden, gestaltet sich schwierig. «Es ist sehr schwer, ein Flugzeug dieser Größe am Markt zu bekommen», sagt der Manager. Derzeit sehe man keine Möglichkeit, genau diese Kapazität zu ersetzen. Trotz möglicher Engpässe im Sommer stehe man hinter der Entscheidung, die Zusammenarbeit zu beenden. Mit kleineren Anpassungen sei man zuversichtlich, die Saison bewältigen zu können.

Austrian-Operativchef Stefan-Kenan Scheib

Hintergrund des plötzlichen Ausstiegs ist die Insolvenz der Braathens-Schwestergesellschaft Braathens International Airways, die Ende September bekannt wurde. Braathens Regional Airways sei davon indirekt betroffen gewesen. Austrian habe die Entwicklungen seitdem eng begleitet und bewertet. Im Zuge dieser Evaluierung habe sich gezeigt, dass sich der Wet-Lease-Partner in einem operativen Veränderungsprozess befinde. Wesentliche Bewertungsparameter hätten daher nicht mehr verlässlich beurteilt werden können.

... lässt aber eine Hintertür offen

Vor diesem Hintergrund erfülle Braathens Regional Airways die Wet-Lease-Standards der Lufthansa Group derzeit nicht mehr vollumfänglich, erklärt Scheib. Damit sei keine stabile Grundlage für eine operative Partnerschaft mehr gegeben gewesen.

Ein endgültiger Abschied ist es jedoch nicht zwingend. «Wir schließen nicht aus, dass wir in Zukunft wieder mit Braathens zusammenarbeiten», sagt Scheib. Die Partnerschaft sei für 2025 beendet worden – die Tür für eine mögliche Rückkehr bleibe offen.

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