Betankung eines Fliegers: Die Airlines haben Angst, dass es in New York zu Knappheiten kommt.

Airlines nehmen Extra-Kerosin mit

Nach Sandy herrscht an New Yorks Flughäfen Angst vor Kerosinknappheit. Fluggesellschaften wie Air Berlin stellen sich darauf ein und fliegen mit Notvorrat.

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Der Sturm ist vorbei, langsam normalisiert sich die Situation in den Regionen, in denen Sandy zuschlug. Auch die Luftfahrt beeinträchtigte der Wirbelsturm stark. Die emsige Nordatlantikroute legte er so gut wie lahm, die New Yorker Flughäfen blieben tagelang geschlossen, mehr als 20'000 Flüge fielen aus. Die Fluggesellschaften beklagen deshalb Einnahmeausfälle von Millionen. Und offenbar fürchten sie nun weitere Nachwehen des Hurrikans. Sie sorgen sich um die Kerosinversorgung. Zwar heißt es von Sprechern der Flughafenbetreiberin The Port Authority of New York and New Jersey, die JFK, Newark und La Guardia betreibt, es gebe kein Kerosinproblem. «Wir erhalten Treibstoff und werden auch weiter welchen erhalten», so etwa Sprecher Pasquale DiFulco gegenüber der Wirtschaftszeitung Wall Street Journal. Doch die Airlines glauben das nicht. Man wolle «treibstoffbedingte Ausfälle verhindern», sagt Victoria Day, Sprecherin des Verbandes der Fluggesellschaften der USA.

Darum gehen American, United, US Airways und Southwest Airlines einen ungewöhnlichen Schritt: Sie nehmen zusätzliches Kerosin mit, wenn sie New York anfliegen. So viel, dass sie dieses im Zweifel nutzen können, um aus der Region wieder wegzukommen. Das zeigt, dass es ihnen wirklich ernst ist. Denn billig ist der Schritt nicht. Bei hohen Treibstoffkosten versuchen Airlines eher, möglichst sparsam mit dem Kerosin umzugehen. Normalerweise nimmt die Crew noch eine Extramenge mit, die etwa reichen würde, um noch um die 45 Minuten weiter zu fliegen als angedacht.

Auf der Kurzstrecke volltanken

Auf Transatlantikflügen oder Mittelstrecken innerhalb der USA ist in den Tanks nicht mehr besonders viel Platz, um noch mehr Kerosin mitzunehmen. Doch die US-Fluglinien nutzen den Platz in den Tanks auf der Kurzstrecke, um das Kerosin in die Region New York zu bringen, schreibt die Nachrichtenagentur Bloomberg. «Wir wollen die Erholung unterstützen und dazu beitragen, dass der Vorrat an Treibstoff nicht zur Neige geht», erklärt ein Sprecher von Southwest.

Doch nicht alle amerikanischen Airlines machen mit: Delta und der Billigflieger Jetblue haben laut Medienberichten keine Anpassungen vorgenommen. Und auch auf dieser Seite des Atlantiks herrscht ein uneinheitliches Bild. Bei Air Berlin etwa nimmt man so viel Kerosin mit auf die Nordatlantikroute, wie nur möglich: «Wir fliegen mit vollen Tanks rüber, weil die Versorgung sich schwierig gestaltet», so ein Sprecher von Air Berlin gegenüber aeroTELEGRAPH. Es sei das Ziel, vor Ort so wenig zu tanken wie möglich. Bei der Lufthansa habe man keine derartigen Befürchtungen, so eine Sprecherin der Airline. Maßnahmen wegen einer Kerosinknappheit ergreife man daher nicht.

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