A319 von Air France: Auf Mittelstrecken bald unter neuem Namen?

Air France bald mit Billigairline?

Air France KLM will es aus der Krise schaffen. Dabei prüft man offenbar die Gründung einer neuen Tochterairline.

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Schon länger versucht Air France KLM, sich aufzurappeln. Bislang ohne Erfolg. Mit minus 809 Millionen Euro schrieb der französisch-niderländische Luftfahrtkonzern im vergangenen Jahr den ersten Verlust seiner Geschichte. Schuld daran sind neben hohen Treibstoffkosten vor allem Billiganbieter wie Ryanair, Easyjet oder Vueling - zumindest im französischen Markt. Sie haben es Air France in den vergangenen Jahren schwer gemacht. Um beinahe einen Fünftel fiel der Marktanteil der französischen Fluggesellschaften in den letzten zehn Jahren. Flogen im Jahr 2000 noch 59 Prozent der Passagiere an einem Flughafen in Frankreich mit einer heimischen Airline, waren es 2010 nur noch 48 Prozent.

Nun überlegt man bei Air France offenbar, eine neue eigene Budget-Airline zu gründen, wie die Wirtschaftszeitung La Tribune berichtet. Man ziehe dabei zwei Moglichkeiten in Erwägung, berichten Quellen, die mit der Angelegenheit vertraut sind, dem Blatt. Um den Kurz- und Mittelstreckenmarkt wieder zu beleben, könnte die niederländische Billigtochter Transavia ausgebaut werden. Diese führt heute teils Charterflüge, teils normale Billigflüge durch. Die Kosten pro Sitzplatz betragen bei Transavia 5 Cent - bei der Muttergesellschaft waren es mehr als 11 Cent. Die neu zu gründende französische Untergesellschaft Transavia France wäre dann für die neuen Angebote zuständig.

Billigflieger unter Druck setzen

Wie andere Quellen der Zeitung berichten, könnte Air France aber auch einen komplett neuen Anbieter schaffen. Transavia bliebe dann bei ihrer Kernkompetenzen als Ferienflieger. Die neue Fluglinie bekäme einen neuen Namen. Sie würde für Flüge verantwortlich sein, die unter zwei Stunden dauern. Bei Air France äußerte man sich nicht zu den Gerüchten. «Was die Restrukturierung unserer Kurz- und Mittelstrecken angeht, schauen wir uns mehrere Optionen an», so ein Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. Doch von diesen zwei Plänen sei im Rahmenprogramm der Diskussionen keiner enthalten. In den nächsten Wochen werde eine Arbeitsgruppe die Ergebnisse der Überlegungen mitteilen.

Schon auf andere Weise versucht Air France, sich der Billigflieger-Konkurrenz entgegen zu stellen. Mit der Regionalstrategie wollte sie Ryanair, Easyjet und Co. auf ihren stärksten Strecken angreifen. Die Traditionsairline bietet bietet seit vergangenem Herbst selbst billigere Flüge an, schraubte aber den Service in der Kabine herunter. Dann eröffnete sie eine neue Basis in Marseille. Am 2. Oktober letztes Jahr starteten vom Flughafen in der Mittelmeermetropole aus Air-France-Flieger zu dreißig neuen Zielen. 13 Direktflüge wurden angeboten. Doch mit den zwei neusten Regionalbasen Toulouse und Nizza scheint es nicht so gut zu laufen. Schon im Vorfeld wurde bekannt, dass die Fluglinie vier Ziele, die von Toulouse und Nizza aus angeflogen werden sollten, wieder streicht - zwei von jedem Flughafen. Von Nizza aus betrifft das die Strecken nach Barcelona und Istanbul, von Toulouse aus die nach Genf und Brüssel, wie das CAPA Centre for Aviation berichtet.

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