Maschine von Air Berlin: Nur noch 75 Flugzeuge in der Flotte.

Brief an MitarbeiterAir Berlin soll bis zum 28. Oktober verschwinden

Die insolvente Air Berlin wird wohl bis Ende Oktober den Betrieb einstellen. Anders sieht es bei Niki und der Luftfahrtgesellschaft Walter aus.

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Nachdem zuvor schon Informationen durchgesickert waren, hat Air Berlin am Montag (9. Oktober) einen Brief an die Mitarbeiter veröffentlicht. Darin informiert die insolvente Fluggesellschaft ihre Angestellten darüber, dass «eine Fortsetzung des Geschäftsbetriebs aufgrund der hohen Verluste, die derzeit und prognostiziert dauerhaft entstehen, unmöglich und unzulässig» sei.

«Wir haben Euch daher mit der internen Mitteilung vom Donnerstag, 5. Oktober, informiert, dass wir mit den zuständigen Personalvertretungen, Betriebsräten bzw. dem Gesamtbetriebsrat innerhalb der Luftverkehrs KG nun Verhandlungen über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan aufnehmen», schreiben Airline-Chef Thomas Winkelmann und der Generalbevollmächtigte Frank Kebekus. «Diese Verhandlungen haben heute begonnen.»

Geschäftstätigkeit beenden

Die Air-Berlin-Chefs skizzieren in dem Brief, wie es im Insolvenzverfahren weitergehen soll. Demnach wird das Amtsgericht Charlottenburg bald über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens entscheiden. «Damit rechnen wir spätestens zu Ende Oktober 2017», heißt es. Bisher befindet sich die Fluggesellschaft in einem vorläufigen Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Im eröffneten Verfahren dürfe der Betrieb dann nur weitergeführt werden, wenn es keine Verluste gebe, die zu Lasten der Gläubiger ausfallen würden. Nach Abschluss der Kaufverträge «muss daher das Unternehmen die eigene Geschäftstätigkeit Zug um Zug beenden», schreiben Winkelmann und Kebekus.

Sogar ein Datum, an dem Air Berlin wohl verschwinden wird, nennt das Schreiben. So ist dort zu lesen: «Ein eigenwirtschaftlicher Flugverkehr (also Flugverkehr unter dem IATA-Airline-Code AB) im eröffneten Insolvenzverfahren ist nach gegenwärtigem Erkenntnisstand spätestens ab dem 28. Oktober nicht mehr möglich.» Diese Angabe bezieht sich auf Luftverkehrs KG. Der Flugverkehr der nicht insolventen Unternehmensteile Niki und Luftfahrtgesellschaft Walter soll dagegen weitergeführt werden.

Jobmessen und Stellen beim Land Berlin

Die Air-Berlin-Führung rechnet damit, dass die kartellrechtliche Prüfung der Kaufverträge durch die Wettbewerbskommission der Europäischen Union mehrere Wochen oder Monate dauern wird. «Für den Zeitraum bis zur kartellrechtlichen Genehmigung werden durch die Air Berlin Dienstleistungen im Bereich des sogenannten Wet Lease erbracht», heißt es.

Mit Blick auf die Sorge um Arbeitsplätze schreiben Winkelmann und Kebekus an die Air Berliner, alleine die Lufthansa-Gruppe habe bei ihrer Tochter Eurowings bereits über 1000 Stellen ausgeschrieben. «Wir erwarten weitere Stellenausschreibungen in großer Zahl nach einem erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen.» Nicht jeder werde jedoch bei den Käufern einen Job finden. Daher ermutige man die Mitarbeiter, sich selber auf dem Arbeitsmarkt umzuschauen, und biete zwei Air-Berlin-Jobmessen in Berlin an.

Viele unbesetzte Stellen

Für die erste Jobmesse am 10. Oktober sind angekündigt «BASF, Deutsche Bahn, Stadler Pankow GmbH, Toll Collect, Zalando, die Bundesagentur für Arbeit und weitere Unternehmen». Die zweite Messe findet am 13. Oktober statt. Außerdem verweist die Fluggesellschaft ihre Mitarbeiter darauf, dass bei der Verwaltung des Landes Berlin derzeit rund 4000 Stellen nicht besetzt seien.

«Der Berliner Senat hat angekündigt, den airberlinern freie Stellen im Berliner Landesdienst anzubieten, teilte Berlins Senatskanzleichef Björn Böhning kürzlich mit», so Winkelmann und Kebekus. «Wir haben den Berliner Senat eingeladen, für die airberliner ebenfalls eine Jobmesse zu organisieren.»

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