Die Technik des intelligenten Glases wurde in den letzten Jahren immer besser. 100 Prozent Dunkelheit schafft es aber noch kein dimmbares Flugzeugfenster.

JalousienWas dimmbare Flugzeugfenster wirklich leisten

Airbus glaubt nicht an dimmbare Fenster. Boeing setzt sie bereits ein. Die Hersteller loben die immer besser werdende Technologie - und den Kostenvorteil.

Top-Jobs

LBV Logo

Sachbearbeiter:in Betriebssicherheit

Schönefeld (bei Berlin)
Feste Anstellung
Luftfahrtbehörde
Landesamt für Bauen und Verkehr
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

VIP Flight Attendant (f/m/d) (full time)

Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
LBV Logo

Sachbearbeiter:in Luftaufsicht, Erlaubnisse

Schönefeld (bei Berlin)
Luftfahrtbehörde
Landesamt für Bauen und Verkehr
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
LBV Logo

Sachbearbeiter:in örtliche Luftaufsicht (2 Stellen)

Feste Anstellung
Luftfahrtbehörde
Landesamt für Bauen und Verkehr
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Schönefeld (bei Berlin)

Es war ein kleines Detail, das umgehend Spekulationen anheizte. Auf den ersten Darstellungen der Fenster des neuen Airspace-Kabinenkonzepts waren keine Jalousien zu sehen. Weicht Airbus also von der bisherigen Doktrin ab, die lautete, die Technik sei einfach noch nicht reif? Das war die Frage, die sich die Branche seit der Präsentation stellte. Jetzt ist die offizielle Antwort da: Nein.

Auf den Darstellungen seien die Jalouisen einfach weggelassen worden, erklärt nun Ingo Wuggetzer, der bei Airbus für die Weiterentwicklung und das Marketing der Kabineneinrichtung zuständig ist. In den Airspace-Kabinen für A330 Neo und A350 werde es weiterhin die klassischen, manuell betätigen Sonnenblenden geben. «Die elektrischchromatische Verdunkelung ist nicht gut genug», so der Airbus-Manager. Es werde dabei einfach nicht dunkel genug. Zudem seien die Fenster nichts, was bei den Fluggesellschaften und Passagieren weit oben auf der Prioritätenliste stehe.

Arbeit der Flugbegleiter wird vereinfacht

In Brignais bei Lyon sieht man das freilich ganz anders. Dort stellt das französische Unternehmen Vision Systems dimmbare Flugzeugfenster her. «Totale Abdunkelung? Das schafft noch niemand zu 100 Prozent. Aber inzwischen dringt fast kein Licht mehr in die Kabine», sagt Firmenchef Carl Putman. Eine aufgehende Sonne wirkt durch eines seiner Fenster wie wenn man sie durch eine Spezialbrille zur Beobachtung einer Sonnenfinsternis betrachtet. Da bleibt nur ein kleiner, dunkler Punkt. Das störe niemanden mehr, zumal es in der Kabine sowieso immer Lichtquellen gebe - etwa von lesenden Mitpassagieren, so Putman.

Putman hebt die vielen Vorteile hervor. So seien die Fenster kratzfest, was eine bessere Aussicht ermögliche. Zudem würden sie ein Fünftel weniger Kälte hereinlassen und so die Reise für die Passagiere angenehmer machen. Vor allem aber können die dimmbaren Fenster zentral gesteuert werden. Nach dem Abendessen oder vor der Landung kann die Crew die Jalousien zentral verdunkeln oder öffnen. Das vereinfacht die Arbeit der Flugbegleiter. Der mühsame Gang durch die Gänge entfällt. Die Selbstbedienung durch die Passagiere kann ebenso zentral ausgeschaltet werden. Das beugt Streit vor, wenn einer nachts doch einmal die Blenden öffnet und so die Mitpassagiere weckt.

Fenster wurden in fünf Jahren hundert Mal besser

Nicht zuletzt argumentiert Vision Systems aber auch mit dem Gesamtpreis. Die Fenster würden laufend billiger, so Putman. Der Mehrpreis bei der Anschaffung werde in zwei bis drei Jahren nur noch rund 300 Dollar betragen. Auf einen A350 hochgerechnet bedeutet das Mehrkosten von rund 40.000 Dollar. Aber dafür würden die dimmbaren Fenster viel weniger im Unterhalt kosten. Sie halten rund zehn Mal länger, verspricht das französische Unternehmen.

Auch die amerikanische Konkurrentin Gentex hält das Argument von Airbus für nicht stichhaltig. Die erste Version, die man vor fünf Jahren in den ersten Dreamlinern verbaut habe, habe in der Tat zu Beanstandungen bei gewissen Fluggesellschaften geführt, erklärt das Unternehmen. Inzwischen sei man aber deutlich weiter. Die zweite Generation der dimmbaren Fenster lasse zehn Mal weniger Licht herein als die ursprüngliche. Und noch 2016 lanciere man die dritte Generation, die die Lichtverschmutzung nochmals um den Faktor zehn verringere.

Mehr als nur ein simples Fenster

Elektronische Jalousien haben noch einen anderen Vorteil. Sie ermöglichen ganz neue Anwendungen in der Unterhaltung. So lassen sich etwa Fluginformationen aufs Fenster projizieren. Das Fenster wird zum Touchscreen. Oder der Passagier kann Informationen zu interessanten Sehenswürdigkeiten auf der Flugroute abrufen. Vision Systems ist bereits weit in der Entwicklung. «Airlines sind definitiv interessiert und arbeiten mit uns zusammen», sagt Putman. In zwei Jahren soll das Produkt mit dem Namen Acti-Vision marktreif sein.

Sehen Sie in der oben stehenden Bildergalerie die dimmbare Jalousie mit Touchscreen von Vision Systems in Aktion und erfahren Sie mehr über die Technologie.

Mehr zum Thema

ticker-airbus-konzern-

Airbus testet 5G-Funknetz aus dem All

boeing produktion (3)

Boeing triumphiert bei den Bestellungen, Airbus bei den Auslieferungen

ticker-airbus-neo-1

Airbus unzufrieden mit Liefertempo von Pratt & Whitney

qantas airbus a321 xlr

203 Flugzeuge: Das waren die Airbus-Bestellungen im Dezember

Video

Die Fokker 50 nach der Notlandung: Niemand kam bei dem Unglück ums Leben.
In Somalia musste eine Fokker 50 notlanden. Dabei ist das Flugzeug von Starsky Aviation über die Piste hinausgeschossen und am Strand zum Stillstand gekommen. Verletzt wurde niemand.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Zwei der drei Löschfahrzeuge am Flughafen St. Helena: Weil alle Fahrzeuge defekt sind, darf der Flughafen kein Flüge mehr abfertigen.
Die Atlantikinsel St. Helena ist aktuell nicht mehr per Flugzeug erreichbar. Alle drei Fahrzeuge der Flughafenfeuerwehr sind defekt. Wann der Flugverkehr wieder starten kann, ist unklar.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Airbus A350 von Air France nach der Landung in Abidjan: Die Passagiere konnten das Flugzeug über Treppen verlassen.
Kleiner Fehler mit großer Wirkung: Ein Airbus A350 von Air France bog nach der Landung in Abidjan falsch ab und blieb stecken. Er musste aufwändig geborgen werden.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies