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Barcelona

Airbus A321 Neo landet außerplanmäßig in Spanien – Reisende fliehen

Es klingt nach einem verzweifelten Plan. Eine Frau hat in einem Airbus A321 Neo von Pegasus vorgegeben, kurz vor der Geburt zu stehen. Der Jet landete in Barcelona - und 27 Menschen flohen von Bord.

Airbus/Bengt Lange

Ein Airbus A321 Neo von Pegasus: Solch ein Flieger drehte nach Barcelona um.

Es war ein dramatischer Spielverlauf. Am Abend des 6. Dezember siegte Marokko im Achtelfinale der Fußball-WM in Katar im Elfmeterschießen gegen Spanien. Doch um diese Partie dürften sich die Gedanken von einigen Reisenden nicht gedreht haben, die wenig später ein Flugzeug aus dem marokkanischen Casablanca nach Istanbul bestiegen.

Sie hatten offenbar einen verzweifelten Plan, als Flug PC652 von Pegasus gegen 01:30 Uhr am 7. Dezember abhob. Der eingesetzte Airbus A321 Neo mit dem Kennzeichen TC-RBA flog wie geplant nach Nordosten, überquerte unter anderem Ibiza und Mallorca. Doch auf halbem Weg zwischen Menorca und Sardinien drehte der Flieger plötzlich ab.

Notlandung wegen schwangerer Frau

Das Flugzeug der türkischen Billigairline steuerte kurz nach Norden und dann zurück nach Westen, bis es sich südlich von Barcelona über dem Mittelmeer befand. Dort drehte die Maschine einige Schleifen und landete schließlich außerplanmäßig am Flughafen El Prat.

Spanische Medien und die Nachrichtenagentur AP berichten übereinstimmend und unter Berufung auf die Vertretung der spanischen Regierung in Katalonien, der A321 Neo sei in Barcelona gelandet, da eine schwangere Frau vorgegeben habe, kurz vor der Geburt zu stehen und Wehen zu haben. Als die Frau am Flughafen aus dem Flieger gebracht wurde, versuchten 27 Fluggäste, die Maschine unerlaubt zu verlassen. Sie rannten teilweise aufs Vorfeld.

14 Fluggäste fliehen aus dem Flieger

14 von ihnen wurden festgenommen, 13 entkamen. Die Frau wurde im Krankenhaus untersucht – laut den Behördenangaben mit dem Ergebnis, dass sie zwar schwanger ist, aber nicht kurz davor stand, zu gebären. Auch sie wurde festgenommen und wegen ordnungswidrigen Verhaltens angeklagt.

Von den 13 festgenommenen Fluggästen erklärten sich fünf bereit, wieder einzusteigen und nach Istanbul weiterzufliegen. Den anderen acht wird illegale Einreise nach Spanien vorgeworfen. Sie sollten das Land an Bord eines anderen Fluges verlassen. Die Regierungsvertretung machte keine Angaben zur Nationalität der Menschen.