CRJ 1000 von Britair: Die Piloten sollen nach Indonesien.

Job in Asien statt Entlassung

Die Air-France-Tochter Britair streicht Stellen. Daher will sie ihren Piloten nun Garuda in Indonesien schmackhaft machen.

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Air-France-KLM durchlebt gerade turbulente Zeiten. Der Konzern muss ein hartes Restrukturierungsprogramm durchziehen, um wieder in die schwarzen Zahlen zu kommen. Das sieht die Streichung von 5000 Stellen vor, 450 davon sind Pilotenjobs. Kündigen will die Gruppe jedoch so wenigen Angestellten wie möglich. Von den Plänen betroffen ist auch die französische Regionaltochter Britair. Sie steht ebenfalls unter Druck, die Kosten zu senken und die Zahl ihrer Arbeitskräfte zu reduzieren. Um dabei möglichst wenige Piloten ohne Arbeit zu hinterlassen, unterbreitete das Management den Kapitänen nun einen Vorschlag. Sie können zur indonesischen Nationalairline Garuda wechseln. Denn die ist auf der Suche nach Dutzenden von qualifizierten Piloten.

Britair betreibt eine Flotte von 40 Fliegern - ausschließlich vom Typ Bombardier CRJ. Von diesen Flugzeugen bestellte Garuda bei der Luftfahrtmesse in Singapur 18 Stück, allesamt Hundertsitzer des Modells CRJ-1000. Weil es im eigenen Land offenbar einen Mangel an geeigneten Piloten gibt, hatte Garuda schon nach dem Kauf erklärt, mit anderen Fluglinien zu sprechen, die eventuell Hilfe bieten könnten. Eine Britair-Sprecherin bestätigte der Nachrichtenagentur Reuters, dass bereits Gespräche zwischen den beiden Airlines und Vertretern der Piloten liefen. Bis zum nächsten Mittwoch will man eine Einigung über die Verschiebung der Angestellten nach Asien finden.

Air France spricht mit China

Wie lange die Engagements in Indonesien laufen würden, ist nicht klar. Zwischen sechs Monaten und zwei Jahren sei alles möglich, heißt es von der Airline. Insgesamt seien aber auch nur ein Dutzend Piloten von den geplanten Maßnahmen betroffen. Die Muttergesellschaft Air France hatte einen ähnlichen Weg bereits vor vielen Jahren beschritten. In den Neunzigerjahren entsandte sie Piloten zu Vietnam Airlines, die ebenfalls Mitglied der Luftfahrtallianz Skyteam ist. Die Piloten sollten damals Vietnam nach einer Flottenvergrößerung unterstützen. Auch jetzt spricht Air France mit chinesischen Anbietern wie China Eastern und China Southern. Diese hätten Interesse an qualifizierten europäischen Piloten.

Indonesien ist für die Britair-Piloten einerseits ein reizvoller neuer Standort. Immerhin verzeichnet das Land ein rasantes Wachstum des Luftverkehrs. Um 18 Prozent soll er in diesem Jahr zunehmen, prophezeit der Luftfahrtverband Indonesia Air Carriers Association. Eine wachsende und reisefreudige Mittelklasse feuert den Markt an. Doch das hat auch eine Kehrseite. Indonesiens Infrastruktur ist dem Wachstum nicht gewachsen. Und das führt zu massiven Sicherheitsproblemen. Neben der Demokratischen Republik Kongo und Kasachstan gehört das asiatische Inselreich zu den Ländern mit den meisten in der EU gesperrten Fluglinien. Nur Airlines die sich von einer ausländischen Behörde zertifizieren ließen, sind davon ausgenommen Die Nationalairline Garuda gehört dazu.

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