Air-Asia: Große Pläne in Indien

Air Asia investiert in Indien

Die malaysische Billigairline plant eine Tochter in Indien. Sie tut sich dafür mit einer lokalen Wirtschaftsgröße zusammen.

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Tony Fernandes hat keine Zweifel: «Lange war Indien nicht bereit für einen Billiganbieter. Jetzt ist es das.» Der Air-Asia-Chef ist überzeugt, dass er mit seinen Plänen Erfolg haben wird. Die größte Fluglinie Südostasiens stellte daher einen Antrag, in Indien einen eigenen Ableger gründen zu dürfen. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Regierung öffnete den Markt erst vor einigen Monaten für ausländische Investoren. Diese können nun bis zu 49 Prozent an indischen Fluggesellschaften besitzen. Das Land hofft mit der Neuerung, den maroden Luftfahrtsektor wieder zu beleben.

Und um den steht es alles andere als gut. Die Fluglinien in Indien haben mit hohen Treibstoffkosten und Steuern zu kämpfen, die den Betrieb erschweren. So fiel Kingfisher Airlines als die ehemals zweitgrößte Airline des Landes beim Marktanteil auf den letzten Platz zurück. Weil die Behörden wegen Finanzproblemen auch Sicherheitsbedenken haben, bleibt die Flotte der Airline seit Oktober am Boden. Ein rettender Investor – ob aus dem Inland oder Ausland – fand sich bisher nicht.

Auch Staatsairline leidet

Auch die Staatsairline Air India leidet seit langem. Angestellte beklagen sich über schlechte Arbeitsbedingungen und nicht erhaltene Löhne. Konkurrent Jet Airways geht es etwas besser. Die Fluggesellschaft befindet sich in Gesprächen mit der Golfairline Etihad über eine Beteiligung.

Air Asia geht einen anderen Weg. Sie will keine bestehende Airline unterstützen, sondern von Grund auf neu beginnen. Fernandes verspricht sich von der neuen Airline, dass diese die entstehenden Slots der leidenden Heimatairlines übernimmt – und mit preiswerten Tickets neue Kunden anlockt. Hauptkonkurrenten werden damit die Billigairline Spicejet, Indigo und Jet Airways sein.

Tata mit Erfahrung

49 Prozent will Air Asia an der neuen Fluglinie halten, 51 Prozent der Aktien soll die Millionärsfamilie Tata und den indischen Tycoon Arun Bhatia besitzen. Die Regierung begrüßt Fernandes' Pläne. «Das ist ein Zeichen, dass es mit der Luftfahrt wieder aufwärts geht» erklärte Luftfahrtminister Ajit Singh gegenüber den Medien. Fernandes glaubt daran, mit den starken Partnern in der Lage zu sein, neben dem Heim- bald auch den Markt für Auslandsflüge zu bedienen und Indien zu einem international wichtigen Drehkreuz zu machen. Ihren Sitz soll die neue Airline in Chennai (ehemals Madras) haben.

Die Tata Group - ein Konglomerat, das vor allem für seine Autos bekannt ist - ist in der Luftfahrt nicht unbekannt. Immerhin gründete sie 1932 mit Tata Airways die erste Fluggesellschaft des Landes. Später wurde diese dann zur Staatsairline Air India.

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