Jet von Aerolíneas Argentinas: Streiks und Treibstoffkosten belasten die Airline.

Airline-Chef wird deutlichAerolineas Argentinas «praktisch pleite»

Argentiniens staatliche Fluglinie überlebt nur dank Subventionen. Ein Minister beziffert nun die Höhe. Und auch der Chef von Aerolíneas Argentinas wählt klare Worte.

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47 Flüge musste Aerolíneas Argentinas 27. November aufgrund eines Streiks im argentinischen Transportsektor ausfallen lassen. Das war nicht viel im Vergleich zum Vortag. Am 26. November hatte Argentiniens staatliche Fluggesellschaft 371 Flüge gestrichen. Grund waren Arbeitsniederlegungen, die sich dagegen richteten, dass Aerolíneas nach einem anderen Streik Anfang November Sanktionen gegen Arbeiter erlassen hatte.

Klingt kompliziert? Ist es auch. Insgesamt muss sich die Fluglinie mit sechs verschiedenen Gewerkschaften auseinandersetzen. Alleine während des laufenden Monats November seien bisher rund 85.000 Passagiere von den Streiks betroffen, erklärte ein Aerolíneas-Sprecher. Im Kern geht es den Mitarbeitern dabei um ihre Löhne, von denen sie aufgrund der hohen Inflation in der aktuellen Wirtschaftskrise immer weniger bezahlen können.

Staatshilfe bei den Gehältern

Während des G20-Gipfels war auch noch Buenos Aires' zweiter Flughafen Jorge Newbery für den Passagierverkehr geschlossen. Angesichts dieses Horrormonats griff der Chef der Fluggesellschaft, Luis Malvido, bereits der Woche zuvor zu drastischen Worten. Seine Airline sei «praktisch pleite», sagte er gegenüber dem Radiosender Mitre. «Um jeden Monat Gehälter zu zahlen, müssen wir den Staat um Geld bitten», so der Manager.

Grund für die finanzielle Krise sind bei weitem nicht nur die Streiks. Die Fluggesellschaft verweist vor allem auch auf den Anstieg der Treibstoffkosten im Laufe des Jahres, auf den Verfall der Preise für Inlandsflüge und auf den schlechten Stand des argentinischen Pesos gegenüber dem US-Dollar, in dem die Fluglinie viele Rechnungen bezahlen muss.

200 Millionen Dollar Subventionen

Schließlich sah sich auch Argentiniens Transportminister Guillermo Dietrich genötigt, in einem Interview Gerüchten entgegenzutreten, Aerolíneas würde privatisiert oder gar geschlossen werden. Die Fluggesellschaft habe mehr Routen sowie mehr und modernere Flugzeuge als noch 2015, betonte der Minister. Er stellte aber auch klar: «Wenn Aerolíneas Argentinas ein Privatunternehmen wäre, wäre es schon seit langer Zeit bankrott.»

In diesem Jahr werde die Airline rund 200 Millionen Dollar Subventionen vom Staat erhalten, sagte Dietrich. Der Minister versicherte, es gebe keine Pläne, Airline-Mitarbeiter zu entlassen. Man müsse mit den Angestellten vielmehr zu einer «größeren und wettbewerbsfähigeren Firma werden, die keine Subventionen erhält». Aerolíneas habe pro Flugzeug und Passagiere 30 bis 40 Prozent mehr Mitarbeiter als Fluggesellschaften in Brasilien, Chile und Kolumbien, sagte der Minister, ohne jedoch Airline-Namen zu nennen.

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