Leere Flugzeugsitze: Teures Gut.

Zusammen sitzen wird teuer

Immer mehr Fluglinien knöpfen Passagieren Geld für bessere Sitze ab. Für Familien ist das nicht angenehm.

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Jetzt sind die Sitze dran. Die Airlines müssen bei ihren Einnahmequellen inzwischen ziemlich kreativ werden, höhere Kosten durch starke Konkurrenz, hohe Steuern und teures Kerosin zwingen sie dazu. Zahlen fürs Trinken, fürs Essen, fürs Gepäck - all das ist bei vielen Anbietern bereits der Normalfall. Doch nun nehmen einige Fluggesellschaften auch Geld dafür, dass man in der Economy Class den Sitz seiner Wahl erhält. Bei vielen amerikanischen Fluglinien wie American, Jet Blue, Delta, Frontier Airlines, und United Airlines etwa kostet ein gewisser Anteil der Fenster- und Gangsitze zusätzlich. Andere Airlines wie Spirit oder Allegiant nehmen sogar Geld dafür, dass man sich seinen Platz überhaupt schon im Vorfeld aussuchen darf.

Ein Beispiel: Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, waren auf einem Flug von American Airlines von Dallas nach San Francisco lediglich 28 von 144 Economy-Sitzen für Reisende verfügbar, die nicht draufzahlen wollten, 21 dafür waren Mittel-Plätze. Das bedeutete, dass Gruppen mit drei oder mehr Personen gar keine Chance hatten, zusammen zu sitzen. Paare nur in fünf Fällen. Für Reisende, die nicht alleine unterwegs sind, wird das zum Ärgernis. Wenn sie Pech haben, hat jemand sich die Fenster- und Gangplätze bereits geschnappt und jedes Familienmitglied muss alleine sitzen. Gerade bei Familien mit kleinen Kindern versuchen die Airlines zwar, dafür zu sorgen, dass niemand alleine sitzt. Eine Garantie dafür gibt es aber nicht: Wer zahlt, hat Vorrang. Dass das nicht für alle angenehm ist, gibt auch Spirit-Marketing-Chef Barry Biffle zu: «Es wird schon etwas kompliziert, am Ende gibt es immer einige einsame Sitzer», gesteht er gegenüber der britischen Zeitung Daily Mail ein. «Wenn man sicher zusammen sitzen will, dann empfehlen wie dringend die Buchung im Voraus» - zu einem Aufpreis, versteht sich.

Auch Vielflieger bevorzugt

Doch nicht jeder muss für die Eliteplätze extra zahlen. Viele Airlines bieten ihren Vielflieger-Passagieren umsonst den Erstzugriff auf die guten Plätze - sie versprechen sich davon zufriedenere und damit auch treue Kunden. Auch wenn sie damit vielleicht andere verärgern. «Die Fluggesellschaften halten die Sitze wie Geisel», bemängelt etwa George Hobica, Gründerin der Internetseite Airfarewatchdog gegenüber AP. «Der ganze Prozess der Sitzauswahl war früher fairer.» Eigentlich freie Plätze werden heute als besetzt angezeigt, für den Fall, dass jemand dafür zahlen will oder ein vielflieger den guten Sitz nehmen möchte.

Daher kann es für Reisende durchaus empfehlenswert sein, ein bisschen Risikofreude zu zeigen. Einige dieser Geisel-Sitze werden nämlich, wenn der Flug näher rückt, wieder frei, falls niemand zugeschlagen hat. Doch auch hierfür gibt es keine Garantie. Einige Internetseiten haben sich aber inzwischen zur Aufgabe gemacht, den Reisenden dabei zu helfen, doch einen guten Platz zu finden. So benachrichtigt die Seite Expert Flyer ihre Nutzer zum Beispiel, wenn einer der guten Plätze frei wird. Es gibt auch die Möglichkeit, zwei Sitze zusammen zu suchen.

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