Mit etwas Glück stauben die Piloten das gute Essen der Premium-Passagiere ab.

Extrawürste für die Crew

«Dürfen Piloten während ihrer Schichten alles essen, was sie wollen?», fragt Leser Jürg Müller. Ein Linienpilot antwortet.

Top-Jobs

Sparfell Logo

Flight Operations Officer in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Compliance Monitoring Manager – Flight Operations

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
LBV Logo

Sachbearbeiter:in Betriebssicherheit

Schönefeld (bei Berlin)
Feste Anstellung
Luftfahrtbehörde
Landesamt für Bauen und Verkehr
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Die wichtigste Regel beim Essen lautet bei uns: Pilot und Kopilot dürfen auf keinen Fall dasselbe essen. Weder im Cockpit noch während der Nightstops, also Aufenthalten an Destinationen. Der Grund: Keine andere Krankheit kann eine ganze Crew so schnell lahm legen, wie eine Lebensmittelvergiftung.

Aber das ist nicht die einzige Vorschrift, was das Essen betrifft. Unsere Regeln besagen ebenfalls, dass wir regelmäßig Nahrung zu uns nehmen müssen, auch während der Arbeit. Das freut uns natürlich. Wir werden zwar nicht gerade gefüttert, aber eben doch immer auf höfliche Weise von unseren Kollegen in der Kabine hinten bedient. Und wir können das ein oder andere Mal etwas ziemlich Leckeres abstauben. Auf der Kurzstrecke gibt es oft simple Crew-Meals. Diese Mahlzeiten haben etwa die Qualität einer Aufback-Lasagne. Die Passagiere erhalten auf Kurzstrecke immerhin nur Snacks, Sandwiches oder andere kleine Häppchen – zumindest in der Economy.

Premium-Essen abstauben

In der Business Class sieht das anders aus. Diese Passagiere kriegen oft kalte Plättchen: Etwa einen Lachs-Salat oder einen Pasta-Rohschinken-Melone-Teller. Und wenn wir Glück haben, bekommen wir davon etwas ab. Es kommt recht oft vor, dass Business-Passagiere keinen Hunger haben. Dann können wir ihr Essen im Cockpit genießen. Und die sind meist frischer und gesünder als die Crew Meals – nur die Regel bleibt: Niemals dasselbe essen wie der Kollege. Auf der Langstrecke ist das Angebot in der First-Class meistens so groß, dass es fast immer auch für das Cockpit reicht. Da erhält man also Feinschmecker-Mahlzeiten.

Dies ist auch gut so. Piloten haben sehr, sehr lange Einsätze. Es kommt vor allem auf der Kurzstrecke vor, dass man seit acht Stunden im Einsatz ist und noch keine Zeit hatte um richtig zu essen. Der Rhythmus ist unglaublich hoch und das macht müde und schlapp. Da muss und darf man auch manchmal eine Verspätung in Kauf nehmen. Ein Beispiel: In Nizza haben wir nur etwas mehr als eine halbe Stunde Turnaround-Zeit, bevor es wieder zurück geht. Ein paar Minuten, um schnell etwas zu essen, müssen da trotzdem drin liegen. Auch wenn man dann einige Minuten später weiterfliegt. Die Sicherheit hat Priorität. Und ohne Energie kann kein Pilot sicher fliegen. Beweise gibt es genug.

[image2]Was Sie schon immer übers Fliegen wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten: Ein Pilot einer großen Fluglinie beantwortet exklusiv für aeroTELEGRAPH die Fragen der Leser. Er bleibt dabei anonym, um unabhängig antworten zu können. Schicken Sie uns einfach eine E-Mail an redaktion@aerotelegraph.com. Jede Woche wird eine der eingesandten Fragen beantwortet.

Video

Bildschirmfoto 2026-02-16 um 095023
Nach 16 Jahren im Dienst hat der Flugzeugbauer sein letztes Dreamliner-Testflugzeug ausgemustert. Die Boeing 787-8 sollte ursprünglich einen anderen Zweck bekommen.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Boeing 777 von Latam: Kurz danach wurde der Start abgebrochen.
Kurz vor dem Abheben entschied sich die Crew eines Fluges von Latam zum Startabbruch. Die Boeing 777-300 ER kam erst am Ende der 3700 Meter langen Piste von São Paulo-Guarulhos zum Stehen. Erfolgte der Abbruch zu spät?
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Die Fokker 50 nach der Notlandung: Niemand kam bei dem Unglück ums Leben.
In Somalia musste eine Fokker 50 notlanden. Dabei ist das Flugzeug von Starsky Aviation über die Piste hinausgeschossen und am Strand zum Stillstand gekommen. Verletzt wurde niemand.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies