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Schaltjahr

Was der 29. Februar für die Luftfahrt bedeutet

In diesem Jahr hat der Februar wieder einen Tag mehr. Auch für Flughäfen und Airlines müssen wegen des 29. Februar auf einiges achten.

aeroTELEGRAPH

29. Februar: Beim Betrachten von Monatsbilanzen sollte der Tag berücksichtigt werden.

365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 46 Sekunden: Solange braucht die Erde für eine Umrundung um die Sonne. Weil im Gregorianischen Kalender nur volle Tage gezählt werden, wird fast alle vier Jahre im Februar ein zusätzlicher 29. Februar mitgezählt. Dieser Kniff hält die Jahreszeiten von Natur und Kalender weitestgehend in Einklang.

Schaltjahre sorgen zwar dafür, dass es bei uns in Europa im Sommer warm und im Winter mehr oder weniger kalt bleibt. Doch sie sind auch mit einigen Kuriositäten verknüpft – im Volksmund ist der 29. Februar sogar als Unglückstag verschrien. Auch für die Luftfahrt hielt der Schalttag in Vergangenheit einige Besonderheiten oder auch Pannen parat. aeroTELEGRAPH zeigt Beispiele.

Peinliche Panne

Schaltjahre schnell im Computer zu programmieren, ist für IT-Fachleute eigentlich keine Herausforderung. Alle vier Jahre gibt es einen 29. Februar, außer die Jahreszahl lässt sich genau durch 100 teilen. Eine Ausnahme von der Ausnahme sind wiederum Jahreszahlen, die sich glatt durch 400 teilen lassen.

Am Flughafen Düsseldorf kam es dennoch zu einer Panne. Was am vergangenen 29. Februar problematisch war: Erst nachdem etwa 1200 Koffer im Bänder-Labyrinth der Gepäckförderanlagen auf der Strecke geblieben waren, fiel auf, dass das Betriebssystem keine Schaltjahre kannte. Ein Update des Programms konnte schnelle Abhilfe leisten – dennoch fanden einige der Gepäckstücke erst mit erheblicher Verspätung zu ihren Besitzern zurück.

Gut für Statistiken

Auch bei Air Canada kann es offenbar zu Pannen kommen. Auf ihrer Webseite warnte die kanadische Fluggesellschaft ihre Passagiere mit Flugtickets für den kommenden 29. Februar. Unter Umständen zeige die Webseite versehentlich den 01. März als Reisedatum an. Air Canada kündigte bereits an, das sie sich um das Problem kümmere. Das gelang offenbar. Die Meldung ist mittlerweile von der Webseite der Airline verschwunden.

Der 29. Februar kann aber auch ein Glückstag sein. Der zusätzliche Tag im Februar kann etwa Monatsbilanzen von Airlines und Flughäfen aufhübschen, weil es einen Tag mehr Passagiere gibt. Für den Februar 2016 meldete der Flughafenverband ADV ein Wachstum der Fluggäste auf allen deutschen Flughäfen von 7,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Einen Monat später fiel der Anstieg auf 4,5 Prozent zurück.

Unfairer Vergleich

Sogar in Jahresbilanzen muss der Schaltjahr-Effekt berücksichtigt werden. 2016 stieg die Anzahl der lotsenkontrollierten Flugbewegungen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 2,3 Prozent. Zwar stieg die Zahl vor allem durch das Aufkommen von Billigfliegern an. Jedoch trug auch der zusätzliche 29. Februar zum Wachstum bei.

Wie sehr der Schalttag Bilanzen in der Luftfahrt verzerren kann, zeigen Zahlen des Flughafens Frankfurt. Dieser bereinigte die Ergebnisse für den Februar 2016 um den Effekt. Mit dem Schalttag stieg die Zahl der Flugbewegungen auf 3,5 Prozent im Vergleich zum Februar des Vorjahres an. Ohne Schalttag fiel der Wert auf ein Minus von 0,2 Prozent zurück. Dieses Jahr dürften die Zahlen allerdings mit oder ohne zusätzlichen Tag im Februar nicht besonders gut ausfallen – die ganze Branche leidet unter den Auswirkungen des Coronavirus.



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