Information und Werbung zugleich: Flugpläne geben das Streckennetz der Airlines realitätsnah wieder.

Streckennetze der AirlinesWarum Karten so undesignt sind

Design macht vieles gradliniger und einfacher. Nur die Darstellung der Streckennetze der Fluggesellschaften bleibt ewig gleich. Warum eigentlich?

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1933 vereinfachte Harry Beck die Welt der Verkehrskartographie: Sein Design der Linien der London Underground ignorierte alles oberhalb der Tunnel - mit Ausnahme der Themse. Sie bildete tatsächlich nur vereinfacht die Routen der U-Bahn ab. Bis heute orientieren sich die meisten die U-Bahn-Pläne der Welt an diesem Design. Warum aber sind die Streckenpläne der Airlines nicht ebenso stark vereinfacht? Denn egal ob im Airline-Magazin, auf den Webseiten der Fluggesellschaften oder auf dem Bildschirm in der Sitzlehne des Vordermanns - die Flugpläne zeigen die Strecken so, wie sie sind: Das Meer ist blau, das flache Land ist grün oder beige und Berge haben sogar richtige Spitzen.

Die Erklärung ist denkbar einfach: «Die traditionellen Flugpläne lassen sich einfacher nutzen», erklärt Designer Michael Bierut gegenüber dem Informationsportal Citylab. «Statt den Zielort aus einer Liste von Städten auszuwählen, kann man sich erst einmal den Kontinent anschauen, dann das Land und schließlich die Stadt, in die man will.» Diese zusätzliche Information helfe bei der Orientierung - statt wie bei einem stark vereinfachten Modell, zu verwirren.

Streckennetze sind Information und Werbung zugleich

Natürlich zeigt auch eine stark vereinfachte Karte, dass Rom und Berlin nicht nahe beieinander liegen. Eine Karte, die aber beispielsweise Ländergrenzen und Flüsse beinhaltet, macht das noch deutlicher. Und es gibt einen weiteren Unterschied: Während U-Bahn-Pläne für ihre Linien unterschiedliche Farben wählen müssen, sind bei Streckennetzen die Routen meist einfach schwarz.

In der Vergangenheit haben einige Fluggesellschaften versucht, ihre Streckennetze stark vereinfacht darzustellen. Das war aber vor den Neunzigerjahren und sie kamen wieder davon ab. Für Designer Max Roberts hat das einen simplen Grund: «Vor dreißig Jahren hat man nicht spontan einen Flug von Berlin nach Peking gebucht. Da ging man erst ins Reisebüro und dort wurde einem dann klargemacht, dass die Strecke deutlich länger ist, als sie vielleicht auf einem Plan aussieht.» Heutzutage sollen die Streckennetze die Passagiere korrekt informieren - und gleichzeitig haben Airlines so eine Möglichkeit, ihr umfangreiches Streckennetz vorzuzeigen. «Diese Pläne sind nicht nur Information, sie sind auch Werbung», sagt Bierut.

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