Airbus A340 mit der Kennung 5A-ONE im April 2017 in Perpignan: Gehörte einst Gaddafi.

Luxus-Flieger von totem TyrannenWarum Gaddafis A340 in Südfrankreich steht

Der libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi besaß einen luxuriös eingerichteten Airbus A340. Heute steht der Jet in Perpignan - mit einer hohen unbezahlten Rechnung.

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Der Regionalflughafen Perpignan-Rivesaltes im südfranzösischen Départements Pyrénées-Orientales hat seit Jahren einen prominenten Gast: Den Airbus A340-200, den der verstorbene libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi einst als seine Air Force One nutzte. Doch wie kam das Flugzeug nach Südfrankreich? Und warum steht es immer noch dort?

2011 hatten Rebellen im libyschen Bürgerkrieg den Flieger unter ihre Kontrolle gebracht und in der luxuriösen Kabine für Fotos posiert, etwa neben dem großen Bett, das einen Spiegel als Kopfteil hat. Nachdem Gaddafi erschossen wurde und eine Übergangsregierung an die Macht kam, schickte diese den Luxusjet 2012 nach Perpignan, mindestens für Reparatur und Wartung, es war auch die Rede vom Rückbau zu einem normalen Flieger.

Fliegen mit Einschusslöchern

Das Problem: Der Flieger war beschädigt, unter anderem durch Einschusslöcher. Also wurde der A340 laut französischen Medien unter anderem mit der Hilfe von Air France für die Reise vorbereitet und schließlich überführt. Dabei flogen die Piloten den Jet aufgrund der Schäden nur auf etwa einem Drittel der üblichen Reiseflughöhe und ließen das Fahrwerk während des Fluges ausgefahren.

In Perpignan angekommen, setzte das Wartungsunternehmen EAS als Air-France-Partner den Flieger wieder instand und lackierte ihn um. Die millionenschwere Rechnung dafür hat bis heute allerdings niemand bezahlt. Bereits im Jahr 2015 versuchte ein kuwaitischer Konzern, den Flieger beschlagnahmen zu lassen, um so Schulden einzutreiben, die das Gaddafi-Regime angehäuft hatte. Doch ein französisches Gericht lehnte dies ab.

Prominente Vorbesitzer

Heute ist das Flugzeug mit der Registrierung 5A-ONE fast 23 Jahre alt. Ausgeliefert hatte Airbus den A340-200 im Oktober 1996 ursprünglich an den Bruder des Sultans von Brunei. Da dieser aber in die falschen Geldtöpfe gegriffen hatte, entzog der Herrscher seinem Verwandten den Flieger und verkaufte ihn an Prinz Al-Waleed bin Talal aus Saudi-Arabien. Der wiederum veräußerte das Flugzeug gewinnbringend an Muammar al-Gaddafi.

Der libysche Machthaber ließ den Airbus von außen in den üblichen Farben der staatlichen Afriqiyah Airways bemalen, von innen aber als seinen Privatjet einrichten. 2009 schickte er den Flieger nach Glasgow, um den todkranken libyschen Geheimdienstagenten und Lockerbie-Attentäter Abdelbaset Al Megrahi in die Heimat zu bringen.

Was wird aus dem A340?

Heute steht das Flugzeug immer noch in Perpignan auf dem Gelände der EAS-Nachfolgerin Sabena Technics, wie der Flughafen bestätigt. Weder die Wartungsfirma Sabena noch Air France haben auf Anfragen von aeroTELEGRAPH zu dem Flugzeug geantwortet.

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