Es ist ein Szenario, bei dem die ungarische Luftwaffe offenbar kein Risiko eingehen wollte. Ein Kleinflugzeug wurde am Samstag (29. August) als gestohlen gemeldet und nahm anschließend Kurs in Richtung des Kernkraftwerks Paks. Das Militär schickte zwei Saab Gripen in die Luft. Wenige Minuten später endete der ungewöhnliche Flug auf einem Feld.
Nach Angaben des ungarischen Verteidigungsministers Romulus Rusin-Sandy hatten die Streitkräfte die Cessna 172 kurz nach dessen Start auf dem Radar entdeckt. Sie soll zuvor vom Flugplatz Kalocsa entwendet worden sein. Weil sich der Flieger dem Kernkraftwerk Paks näherte, wurden die zwei Kampfjets alarmiert.
Sperrzone rund um Kernkraftwerk Paks
Für den Luftraum rund um die Anlage gelten besondere Regeln. Zivile Flugzeuge dürfen laut den vorliegenden Angaben in einem Radius von drei Kilometern um das Kraftwerk nicht unterhalb von 6000 Metern fliegen. Entsprechend reagierte das Militär auf das sich nähernde Leichtflugzeug.
Bis zum Kernkraftwerk kam die Cessna 172 allerdings nicht. Sie musste wenig später in der Gegend von Gerjen notlanden. Die Saab Gripen lokalisierten das beschädigte Flugzeug und blieben über dem Gebiet, bis ein Rettungshubschrauber sowie Einsatzkräfte am Boden eintrafen. Nach den zunächst verfügbaren Informationen wurde niemand verletzt.
Cessna 172 wurde geklaut
Am Steuer habe ein 2002 geborener Pilot gesessen, der sich dem ungarischen Portal HVG zufolge in einem instabilen Zustand befunden haben soll. Bei der Landung brach offenbar das Fahrwerk, anschließend kam die Cessna172 schräg auf einer Tragfläche zum Stillstand.
Warum das Flugzeug entwendet wurde und was während des Fluges genau geschah, ist noch Gegenstand der Ermittlungen. Auch die Umstände, unter denen die Cessna vom Flugplatz Kalocsa verschwinden konnte, werden untersucht.
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