Eine B-52: Das Modell wurde niemals exportiert.

Boeing B-52 StratofortressB-52-Absturz: Warum ein 70 Jahre altes Modell für die USA unverzichtbar bleibt

In den USA ist ein Langstreckenbomber vom Typ Boeing B-52 Stratofortress abgestürzt. Obwohl das Flugzeugmodell schon seit Mitte der 1950er-Jahre im Einsatz ist, hält die Luftwaffe der USA an dem Achtstrahler fest - und das hat gute Gründe.

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Acht Menschen kamen ums Leben: Nach einem Absturz einer Boeing B-52 Stratofortress am Montag (15. Juni) nahe der Edwards Air Force Base in Südkalifornien rückt der riesige Oldie der US-Luftwaffe erneut in den Mittelpunkt der Militärluftfahrt. Es war der tödlichste B-52-Vorfall seit 1982, als bei einem Unglück in Sacramento neun Militärs starben.

Das achtstrahlige Flugzeug wird seit den 1950er-Jahren von den US-Streitkräften eingesetzt und zählt zu den bekanntesten strategischen Langstreckenbombern. Damit gehört es zu den langlebigsten militärischen Luftfahrzeugen der Welt und als Teil der nuklearen Abschreckung der Vereinigten Staaten wurde das Modell nie exportiert.

Acht Triebwerke, angebracht mit vier Doppelpylonen

Der schwere Bomber der United States Air Force ist auf mehrere Missionen ausgelegt. Sein Einsatzprofil reicht von strategischen Luftangriffen, unmittelbarer Luftnahunterstützung, Abdrängung feindlicher Kräfte, offensiven Luftoperationen und Navy-Operationen «aus der Tiefe des Raumes».

Wie die Boeing 777 in der zivilen Luftfahrt gilt die B-52 als unverwüstliches Arbeitstier. Die aktuelle Hauptversion B-52 H wird von acht Turbofan-Triebwerken angetrieben, die mit vier Doppelpylonen unter den Tragflächen angebracht sind. Diese unkonventionelle Konfiguration gibt dem Langstreckenbomber seinen charakteristischsten Wiedererkennungseffekt.

B-52: Kein Stealth, aber große Radarreflexionsfläche

Die Stärke der B-FiftyTwo liegt darin, bis zu 31,5 Tonnen an Waffenlast, wie Marschflugkörpern und Präzisionswaffen, aus sicherer Entfernung abzufeuern und so kaum das Leben von US-Militärs zu gefährden. Die B-52 hat zwar keine Stealth-Eigenschaften, weist dafür aber eine große Radarreflexionsfläche auf.

Leer bringt die B-52 rund 83 Tonnen auf die Waage. Das maximale Startgewicht liegt bei eindrucksvollen 219,6 Tonnen. Dank einer Treibstoffkapazität von mehr als 141 Tonnen erreicht die B-52 eine Reichweite von rund 14.000 Kilometern beziehungsweise 7652 Seemeilen, was etwa einer Strecke von Frankfurt nach Los Angeles entspricht. Mit einer maximalen Geschwindigkeit von etwa Mach 0,84 (rund 1050 Kilometern pro Stunde) kann sie in Höhen von bis zu 15.150 Metern operieren, also an der unteren Grenze der Stratosphäre.

So viele Boeing B-52 Stratofortress haben die USA jetzt noch

Nach dem aktuellen Absturz haben die USA noch 75 B-52, davon 57 aktive und 18 in der Reserve. Außerhalb der USA sind einige von ihnen in Großbritannien und auf Diego Garcia im Indischen Ozean stationiert. Von dort flog die B-52 mehrfach Einsätze im Nahen Osten, etwa im Irak oder in Afghanistan. Gegen den Iran wurde sie jüngst nicht wie einst in Vietnam für Flächenbombardements, sondern für chirurgische Einsätze mit Marschflugkörpern eingesetzt.

Ein B-52-Duo kann innerhalb von nur zwei Stunden eine Seeoberfläche von etwa 140.000 Quadratmeilen (rund 364.000 Quadratkilometern) überwachen. Dies entspricht einer Fläche von Deutschland und Italien. Diese Kapazität macht die «Old Lady» zu einem wichtigen Unterstützungsinstrument für die U.S. Navy, etwa bei Anti-Schlachtschiff-Einsätzen.

«Big Ugly Fat Fellow» im Vergleich mit Russland und China

Russland hat mit der Tupolew Tu-95 einen Langstreckenbomber, der der B-52 am ähnlichsten ist. Die Briten haben den Avro-Vulcan-Bomber in den 1990er-Jahren ausmustern und setzen komplett auf nukleare U-Boote zur Abschreckung. Chinas wichtigster strategischer Bomber, die Xian H-6, ist deutlich kleiner und hat mit bis zu 8000 Kilometern eine geringere Reichweite als «The BUFF», wie die GIs die B-52 auch nennen. Das Kürzel steht für das wenig schmeichelhafte Etikett «Big Ugly Fat Fellow».

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