Eurodone - Sicherheit für Europa  und bald auch über dem Pazifik?

EurodroneAirbus und Kawasaki suchen Schulterschluss bei Kampfdrohnen

Die Eurodrone könnte erstmals eine maritime Spezialversion erhalten. Airbus und Kawasaki Heavy Industries prüfen gemeinsam, ob das europäische Drohnensystem künftig Japans Seeaufklärer bei der U-Boot-Jagd im Pazifik unterstützen kann.

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Europa und Japan rücken in der militärischen Luftfahrt enger zusammen. Airbus und Kawasaki Heavy Industries wollen gemeinsam ausloten, ob sich die europäische Eurodrone künftig auch für die U-Boot-Jagd im Pazifik eignet. Damit könnte eines der größten europäischen Drohnenprogramme erstmals eine maritime Spezialversion erhalten.

Wie die Zeitung Japan Times Ende Juni berichtete, haben Airbus und Kawasaki Heavy Industries eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Ziel könnte die Entwicklung einer japanischen U-Boot-Abwehrversion der Eurodrone sein. Die neue Plattform soll künftig das Seeaufklärungsflugzeug Kawasaki P-1 der Japanischen Maritimen Selbstverteidigungsstreitkräfte ergänzen und bei der Überwachung sowie Bekämpfung von Unterwasserzielen unterstützen.

(Noch) keine Kamikaze-Version geplant

Die Eurodrone – offiziell MALE RPAS (Medium Altitude Long Endurance Remotely Piloted Aircraft System) – gilt als das größte paneuropäische Drohnenprogramm. Es soll Europa unabhängiger von amerikanischen und israelischen Systemen machen. An der von Airbus geführten Entwicklung beteiligen sich Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien. Weitere Industriepartner sind Dassault Aviation, Leonardo sowie Zulieferer wie Hensoldt und Thales.

Die Kawasaki P-1 ist das modernste Seeaufklärungs- und U-Boot-Jagdflugzeug der japanischen Marine. Das vierstrahlige Fluggerät wird zur Überwachung der pazifischen Gewässer rund um Japan eingesetzt, verfügt über eine Reichweite von rund 8.000 Kilometern und wird von einer 13-köpfigen Besatzung betrieben. Die geplante Drohnenvariante soll Aufklärungsmissionen übernehmen, Informationen sammeln und anschließend zu ihrem Stützpunkt zurückkehren. Eine Kamikaze-Version in Form einer Loitering-Munition ist derzeit nicht vorgesehen.

(Noch) keine Kamikaze-Version geplant

Airbus bestätigte, gemeinsam mit KHI eine neue Variante der U950 Eurodrone zu prüfen. Das rund 26 Meter lange Fluggerät ist Europas erstes langstreckentaugliches, ferngesteuertes Luftfahrtsystem der MALE-Klasse und soll ab 2029 mit einer Nutzlast von bis zu 2,6 Tonnen – je nach Einsatzprofil – bis zu 40 Stunden in der Luft bleiben können.

Gegenüber der Japan Times erklärte Kawasaki: «Die Bedeutung von unbemannten Luftfahrtsystemen mit großer Flugdauer nimmt angesichts des veränderten sicherheitspolitischen Umfelds stetig zu.» Vor diesem Hintergrund stellte die japanische Regierung im vergangenen Jahr 128,7 Milliarden Yen beziehungsweise rund 710 Millionen Euro für den Aufbau eines mehrschichtigen Drohnen-Schutzschilds bereit.

Mehr als nur ein Industrieprojekt

Die Zusammenarbeit zwischen Airbus und Kawasaki Heavy Industries ist dabei mehr als nur ein Industrieprojekt. Sie fügt sich in die sicherheitspolitische Annäherung Japans an westliche Verteidigungspartner ein – ähnlich wie das gemeinsame Kampfflugzeugprogramm GCAP mit Großbritannien und Italien.

Gleichzeitig verdeutlicht das Vorhaben einen grundlegenden Wandel in der militärischen Luftfahrt. Künftige Luftstreitkräfte setzen zunehmend auf das Zusammenspiel bemannter Plattformen und unbemannter Begleiter. Die mögliche U-Boot-Jagdversion der Eurodrone wäre ein weiteres Beispiel für diesen Trend.

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