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Unglück einer Let L-410 in Lukla

Ehrgeizige nepalesische Kopiloten als Risiko

Letztes Jahr verunglückte in Lukla eine Let L-410 beim Start. Im Untersuchungsbericht heben die Ermittler vor allem einen menschlichen Risikofaktor hervor.

Die Let L-410 von Summit Air begann am Tenzing Hillary Airport von Lukla den Startlauf. Sie rollte auf der auf der abschüssigen Piste los, scherte aber nach wenigen Sekunden nach rechts aus. Dort krachte sie in zwei geparkte Helikopter. Drei Menschen starben beim Unfall vom 14. April 2019.

Die Aircraft Accident Investigation Commission von Nepal hat jetzt ihren Untersuchungsbericht zum Unfall herausgegeben. Als «wahrscheinliche Ursache» für das Unglück nennen die Ermittler ein Wegziehen des rechten Schubhebels von der Startleistung zurück in Richtung Leerlauf. Weil die Triebwerke der zweimotorigen Let L-410 deshalb einen einseitigen Schub entwickelten, ist das Flugzeug zur Seite ausgebrochen.

Oft beobachtetes Problem

Warum die Schubhebel nicht korrekt eingestellt gewesen sind, konnten die Ermittler nicht herausfinden. In ihrem Untersuchungen ist die Behörde jedoch auf einen menschlichen Umstand gestoßen, der ein «beitragender Faktor» für das Unglück gewesen ist. Dieser betrifft Kopiloten, die sich dank guten Leistungen am schwierigen Flughafen von Lukla  zum Kapitän hocharbeiten wollen.

Der Flughafen von Lukla gilt als einer der schwierigsten der Welt. Laut der nepalesischen Untersuchungsbehörde wurde in Vergangenheit beobachtet, dass viele nepalesische Kopiloten oftmals zu früh und ohne ausreichend Erfahrung nach Lukla fliegen. Viele  wollen sich bereits früh von ihren Kollegen abheben, um sich als Kapitansanwärter zu empfehlen, sagen die Ermittler.

Gefährliche Denkweise

«Dieses Gefühl des frühen Erfolgs [… ] löst bei den Kopiloten ein Gefühl der Zufriedenheit und des Vertrauens aus», heißt es in dem Untersuchungsbericht. Laut der Aircraft Accident Investigation Commission soll dieser Umstand eine «relevante» Rolle beim Unglück der Let L-410 von Summit Air in Lukla gehabt haben.

Die Ermittler kritisieren aber auch den wiederholten Einsatz derselben Besatzung mit demselben Flugzeug auf der gleichen Route, bevor es zum Unglück kam. Weil sich die Crew bei den stets gleichen Abläufen zu sehr aufeinander einspielte, hat sich bei ihr ebenso eine falsche «Selbstzufriedenheit» eingespielt, sagen die Ermittler.

In der oben stehenden Bildergalerie sehen Sie Aufnahmen vom Unfallort und weitere Fotos zur Situation in Lukla.

Den Bericht der Aircraft Accident Investigation Commission können Sie hier herunterladen.



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