Die Tu-154B-2 in Schwierigkeiten: Seit mehr als sechs Jahren nicht mehr geflogen.

Tupolew in Not

Ein Amateurvideo einer Notlandung einer russischen Militärmaschine hat Folgen. Die Behörden untersuchen den merkwürdigen Vorfall.

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An die Öffentlichkeit kam es bloss, weil ein Amateur seine Aufnahme des Vorfalles auf dem Militärflughafen Tschkalowski östlich von Moskau auf Youtube stellte. Dort sorgte sie bald für Furore. Die drei Sequenzen wurde bislang mehr als 200'000 mal angeschaut. Die Bilder vom 29. April 2011 zeigen den Start einer Tupolew Tu-154B-2 des Verteidigungsministeriums (Kennzeichnung RA-85563), die gemäss lokalen Medienberichten offenbar zur Generalüberholung zum Tupolew-Werk in Samara hätte geflogen werden sollen. Doch schon bald nach dem Start zeigte die Maschine massive Störungen.

Der 1982 hergestellte Jet begann in der Luft planlos hin- und her zuschwenken – es befand sich in einer so genannten Dutch Roll. Dabei lenkt das Flugzeug abwechselnd um die Hoch- und Längsachse aus. Offenbar sind an Bord fast alle Regelsysteme ausgefallen. Die Piloten versuchten die fliegende Antiquität danach alleine mit Schub und Rudern zu landen, was ihnen allerdings erst im zweiten Versuch gelang. Dabei überschossen sie die Landebahn – Schäden erlitten indes weder die Besatzung noch der Jet.

Sie fliegt und fliegt und fliegt...

Wirklich überraschend ist der Vorfall indes nicht. Das betreffende Flugzeug war 2005 stillgelegt worden. Seither stand es ungesichert und ungeschützt auf dem Flugfeld, was Dutzende von Aufnahmen von Planespottern bezeugen. Von Modell Tupolew Tu-154, das noch aus der Sowjetzeit stammt, wurden bis heute über 1000 Stück gebaut, die letzten im Jahr 2009. Noch immer sind heute 119 davon im Einsatz, die allermeisten davon im Gebiet der ehemaligen Sowjetunion.

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