Artikel über Turkish Airlines: Starker Monat Juli.

Turkish Airlines legt zuTürkische Zeitung feiert Erfolg über Lufthansa

Im Juli hat Turkish Airlines die Lufthansa bei der Sitzplatzkapazität abgehängt. Die türkische Berichterstattung darüber enthält politische Spitzen.

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«Türkei gibt Reisewarnung für Deutschland heraus.» «Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisiert türkische Reisewarnung.» «Deutsche Staatsbürger in der Türkei festgenommen.» «Hunderte demonstrieren für den in der Türkei inhaftierten Journalisten Deniz Yücel.» Das sind nur einige Nachrichten der vergangenen Tage. Unterm Strich bleibt festzuhalten: Die deutsch-türkischen Beziehungen sind äußerst angespannt.

In diesen Zeiten lässt es sich manche türkische Zeitung nicht nehmen, einen Erfolg von Turkish Airlines entsprechend zu feiern. So berichtete die dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan nahestehende Tageszeitung Sabah nicht nur, dass die türkische Fluggesellschaft im Juli Lufthansa in Sachen Angebot abgehängt hat. Das Blatt illustrierte die Geschichte auch mit dem Foto einer missmutig schauenden Angela Merkel unter einer Turkish-Airlines-Maschine, und einem Lufthansa-Flugzeug im Hintergrund. Daneben zu lesen ist die Zeile: «Die Gründe für Merkels Anspannung sind nun klar».

Verschwörungstheorie um Lufthansa

Anlass der Meldung sind Zahlen der britischen Firma Routes Online. Demnach hat Turkish Airlines die Kapazität im Juli im Vergleich zum Juni um 13,6 Prozent auf 7.213.851 verfügbare Sitze gesteigert. Damit kommt sie auf einen Marktanteil von 5,57 Prozent unter den europäischen Fluggesellschaften. Besser sind nur die Billigflieger Ryanair mit 9,86 Prozent (12.776.400 Sitze) und Easyjet mit 6,54 Prozent (8.468.706 Sitze). Lufthansa landet auf Platz vier mit 5,16 Prozent Marktanteil (6.687.851 Sitze) nach einem Plus von 3,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat.

Um einzuordnen, warum sich Sabah so auf die Lufthansa fokussiert und das Thema dazu so politisch aufmacht, muss man nicht nur die aktuellen politischen Spannungen im Blick haben, sondern auch eine türkische Verschwörungstheorie kennen. Diese dreht sich um die Proteste im Gezipark in Istanbul im Jahr 2013 und eine deutsch-türkische Konkurrenz in der Luftfahrt. Die Journalistin Özlem Topçu erklärte in der deutschen Wochenzeitung Die Zeit: «Die Theorie geht so: Die Lufthansa, aber auch der Frankfurter Flughafen, stachelten irgendwie hinterrücks die Demonstrationen gegen die Regierung an, weil sie den Bau des dritten Istanbuler Flughafens verhindern wollen.» Mancher Verschwörungstheoretiker vermutet auch den deutschen Bundesnachrichtendienst als Drahtzieher.

Istanbul-Atatürk vor Frankfurt

Der neue Istanbuler Megaflughafen soll bis Ende 2018 betriebsbereit sein, zu Anfang eine Kapazität von 90 Millionen Passagieren pro Jahr haben, dann bis 2028 von drei auf sechs Pisten wachsen und schließlich bis zu 200 Millionen Passagieren im Jahr Platz bieten. Dagegen würde der Flughafen Frankfurt tatsächlich wie ein Winzling wirken.

Allerdings muss sich auch der aktuelle Flughafen Istanbul-Atatürk nicht verstecken, wie ebenfalls die Zahlen von Routes Online zeigen: Er wies im Juli 10,3 Prozent mehr Sitzplatzkapazität auf als noch im Juni und brachte es somit auf 3.799.957 Plätze. Das waren knapp mehr als der Flughafen Frankfurt mit 3.794.977. Größer waren Paris Charles de Gaulle 3.912.246 und London Heathrow mit 4.363.722.

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