Die Vereinigung Cockpit (VC) kritisiert, dass bei Lufthansa Cityline ein «Sozialplan Null» droht, wie die Cockpitcrew-Gewerkschaft es formuliert. Bereits vor der Stilllegung der Airline im April 2026 habe die Personalvertretung versucht, einen Sozialplan auszuhandeln, sei jedoch monatelang hingehalten worden, schreibt die VC in einer Mitteilung. Nun stehe ein Sozialplan ohne finanzielle Ausgleichs- oder Unterstützungsleistungen im Raum.
«Für die Beschäftigten ist das ein Schlag ins Gesicht», sagt VC-Vorständin und Cityline-Pilotin Anja Granvogl. «Ein Sozialplan Null wird der Leistung, Loyalität und Verbundenheit dieser Kolleginnen und Kollegen nichtgerecht, die teilweise bis zu über 20 Jahren für die CityLine gearbeitet haben.» Unverständlich sei dies auch vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Stärke des Lufthansa-Konzerns. «Während in den vergangenen Jahren Gewinne in Milliardenhöhe erwirtschaftet und Boni an das Management zu 100 Prozent ausgezahlt wurden, soll nun für die Beschäftigten der CityLine kein Spielraum für einen Sozialplan bestehen», schreibt die Vereinigung Cockpit am Mittwoch (23. September).
Ein Lufthansa-Group-Sprecher sagt als Reaktion: «Bei Lufthansa Cityline gilt derzeit der Tarifvertrag zum Arbeitsplatzschutz für das Cockpitpersonal, der bereits umfassende Absicherungen vorsieht und alle wesentlichen Elemente eines Sozialplans enthält.» Dazu gehöre unter anderem ein zweijähriger Kündigungsschutz bei voller Bezahlung. «Der finale Sozialplan für Lufthansa Cityline wird derzeit sowohl auf betrieblicher als auch auf tariflicher Ebene vertraulich verhandelt», so der Sprecher des Konzerns.