In den USA warnt der Luftfrachtverband Airforwarders Association (AfA) die Regierung vor möglichen Einschränkungen der Zollabfertigung an Flughäfen in sogenannten Sanctuary Cities. Auslöser sind Berichte, wonach das Heimatschutzministerium (DHS) erwägt, die Aktivitäten der Zoll- und Grenzschutzbehörde CBP an bestimmten Standorten zu reduzieren oder ganz einzustellen.
Als Sanctuary Cities werden Städte bezeichnet, die die Zusammenarbeit lokaler Behörden mit den Bundesbehörden bei der Durchsetzung des Einwanderungsrechts einschränken. Zu den bekanntesten zählen New York, Chicago, San Francisco und Los Angeles.
Nach Angaben der AfA könnten Einschränkungen bei der Zollabfertigung weitreichende Folgen für die Luftfracht und nationale Lieferketten haben. Betroffen wären insbesondere hochwertige, zeitkritische und sicherheitsrelevante Sendungen wie Arzneimittel, Medizinprodukte, Industriekomponenten, E-Commerce-Waren oder verderbliche Güter.
Der Verband, der sich in einem Brief an das DHS, wendet, betont, dass sich bestehende Frachtströme nicht kurzfristig auf andere Flughäfen verlagern lassen. Flugpläne, Lagerkapazitäten, Lkw-Anbindungen und Zollprozesse seien auf etablierte Frachtdrehkreuze ausgelegt. Bereits Störungen an einem großen Frachtdrehkreuz könnten daher Auswirkungen auf Lieferketten in den gesamten USA haben. Die AfA fordert die Behörden auf, bestehende Abfertigungskapazitäten und Personalstärken beizubehalten.