Die Schweizer Fluggesellschaft ist im Geschäftsjahr 2022 trotz vieler Herausforderungen wieder in die Profitabilität zurückgekehrt. Optimierte Kostenstrukturen, ein stabiler Flugbetrieb im Sommer und günstige Marktvoraussetzungen haben maßsgeblich dazu beigetragen. Mit einem operativen Ergebnis von 456 Millionen Franken habe man einen außerordentlich guten Jahresabschluss geschafft, teilt sie mit. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies eine Steigerung um fast 900 Millionen Franken. Die betriebliche Marge lag mit 10,4 Prozent wieder im zweistelligen Bereich. Die operativen Erträge betrugen 4,41 Milliarden und liegen damit um das Doppelte über dem Vorjahreswert (2021: 2,1 Milliarden), wie Swiss mitteilt.
Das erste Quartal war aufgrund der vorherrschenden Omicron-Virusvariante und des Beginns des Angriffskrieges von Russland gegen die Ukraine noch von großen Unsicherheiten geprägt. Im Frühjahr kehrte jedoch das Vertrauen der Menschen ins Reisen schnell zurück und die Nachfragekurve nach Flugreisen zeigte deutlich nach oben. Das rasante Hochfahren des Flugbetriebs führte zu großen strukturellen Herausforderungen in der gesamten Luftfahrt. Der große Nachholbedarf an Flugreisen überstieg die angebotene Kapazität, was das Finanzresultat von Swiss im Jahr 2022 maßgeblich beeinflusste.
Ebenfalls positiv auf das Ergebnis wirkte sich die weiterhin starke Fracht-Nachfrage und das daraus resultierende stärkste Frachtresultat der Unternehmensgeschichte aus. Darüber hinaus trugen die optimalen Kostenstrukturen basierend auf der Restrukturierung vom Vorjahr zum erfolgreichen Geschäftsgang bei. «Trotz größerer Herausforderungen in der gesamten Luftfahrt haben wir bereits 2022 den Turnaround geschafft und sind mit einer operationellen Stabilität von über 99 Prozent im Sommer wieder weit in die Gewinnzone hineingeflogen. Diese Flugplanstabilität als Grundlage unseres Erfolgs wird auch in diesem Jahr einer unserer Schwerpunkte sein», sagt Swiss-Chef Dieter Vranckx.
Bereits Ende Mai 2022 konnte Swiss aufgrund der positiven Entwicklung der Liquiditätssituation den vom Bund zu 85 Prozent verbürgten Bankenkredit inklusive Zinsen von insgesamt 60 Millionen Franken frühzeitig zurückführen und sich über den Kapitalmarkt finanzieren. Die Liquiditätssituation habe sich seither weiter verbessert, so die Airline.
Im Jahr 2022 stieg die Zahl der von Swiss beförderten Fluggäste um 116 Prozent auf 12,8 Millionen. Die Anzahl der Flüge wuchs um 89 Prozent gegenüber Vorjahr auf rund 107.000. Insgesamt hat die Fluglinie auf dem gesamten Streckennetz im Jahr 2022 65 Prozent mehr Sitzkilometer (ASK) angeboten. Bei der Anzahl der verkauften Sitzkilometer (RPK) betrug die Steigerung im selben Zeitraum 145 Prozent. Der Sitzladefaktor lag bei Swiss bei durchschnittlich 80,9 Prozent und war damit um 26,5 Prozentpunkte höher als der Vorjahreswert. Die Auslastung auf den Interkontinentalstrecken lag leicht über dem Wert der Europastrecken.
Im laufenden Jahr plant Swiss mit einer konservativen Kapazität von rund 85 Prozent gegenüber dem Vor-Corona-Jahr 2019. Das Ziel ist weiterhin, eine größtmögliche Stabilität im Flugbetrieb sicherzustellen. Dafür wird im Sommer 2023 wieder die gesamte Flotte von Swiss an den Standorten Zürich und Genf positioniert sein. Zugleich hat die Fluglinie das Angebotswachstum frühzeitig mit ihren Wet-Lease-Partnern Helvetic Airways und Air Baltic gesichert. Im Personalbereich sei seitens Kabine der Prozess für einen neuen Gesamtarbeitsvertrag noch im Gange, da der erste gemeinsame Vorschlag von Kapers und Swiss von den Mitgliedern der Sozialpartnerin kürzlich abgelehnt worden sei, so Swiss. Bezüglich Cockpit- und Bodenpersonal habe man sich mit den Sozialpartnern bereits 2022 auf neue Bedingungen einigen können.