Bei der Icao Aviation Climate Week standen nachhaltige Flugkraftstoffe (SAF), kohlenstoffärmere Flugkraftstoffe und andere klimafreundliche Energieträger für die Luftfahrt im Mittelpunkt. Vertreter aus Industrie, Politik und Finanzwelt diskutierten über Fortschritte beim Ausbau der Produktion, aber auch über die weiterhin großen Herausforderungen. Nach ihrer Einschätzung tragen neue regulatorische Rahmenbedingungen in wichtigen Märkten bereits dazu bei, Investitionen abzusichern und die Produktion nachhaltiger Flugkraftstoffe zu steigern. Gleichzeitig wurde betont, dass die Dekarbonisierung der Luftfahrt erhebliche Investitionen erfordert.
Eine zentrale Rolle spielt dabei das ACT-SAF-Programm der International Civil Aviation Organization. Es hat bislang 18 Studien abgeschlossen und begleitet derzeit weitere 17 Projekte.
Als größte Hürde gilt die Finanzierung. Nach Schätzungen könnten bis 2050 Investitionen von bis zu 3,2 Billionen Dollar (rund 2,8 Billionen Euro) erforderlich sein, um ausreichend nachhaltige Flugkraftstoffe bereitzustellen. Probleme bereiten zudem hohe SAF-Preise, Unsicherheiten bei Rohstoffen, fehlende langfristige Abnahmeverträge sowie unterschiedliche regulatorische Vorgaben in einzelnen Märkten.
Die Diskussionsteilnehmer forderten daher stärker harmonisierte Regeln, bessere Finanzierungsmöglichkeiten – insbesondere für Entwicklungsländer – sowie eine engere Zusammenarbeit zwischen Regierungen, Investoren, Produzenten und Fluggesellschaften. Langfristig seien Partnerschaften entlang der gesamten Wertschöpfungskette entscheidend, um die Klimaziele der Luftfahrt zu erreichen.