Geschäftsluftfahrt will «toxische Grundstimmung» mit Klimaaktivisten entgiften

«Ja, wir haben verstanden und werden schnellstmöglich unseren Beitrag zur Verringerung der CO2-Belastung leisten» - dies ist laut der German Business Aviation Association GBAA das Fazit ihrer Mitgliedertagung in Frankfurt. Die Interessenvertretung der Geschäftsluftfahrt in Deutschland fordert demnach eine schnelle, flächendeckende Versorgung mit nachhaltigem Flugkraftstoff SAF, die Entwicklung von Elektro-, Hybrid- und Wasserstoffantrieben und eine sachliche Diskussion.

Es geht um die Existenz der ganzen Branche, warnte GBAA-Vorsitzender Peter Gatz und mahnte: «Wir müssen unsere Transformationsstrategien nun umsetzen.» Die Verpflichtung der Luftfahrt, bis zum Jahr 2050 null Emissionen auszustoßen, sei gut und richtig. Wichtig sei dafür etwa, dass nachhaltiger Flugkraftstoff SAF an möglichst vielen Flughäfen schnell und ausreichend erhältlich werde. Aber noch hinke die Produktion deutlich hinterher.

Die GBAA verteidigte die Existenzberechtigung der Branche. «Die überwiegende Mehrzahl dieser Flüge diene weltweit vernetzten Unternehmen.» Könnten die schnell reagieren, um Liefer- und Produktionsketten zu stabilisieren und Serviceverträge einzuhalten, erhöhe dies die Konkurrenzfähigkeit und stabilisiere die Wirtschaftskraft.

Der Verband fordert eine sachliche und zukunftsorientierte Diskussion mit Kritikern. «Die toxische Grundstimmung zwischen Klimaaktivisten und unserer Branche muss entgiftet werden», sagte Vorstandsmitglied Winthir Brunnbauer.

In mehreren Workshops beschäftigten sich die Mitglieder auch mit der Frage, wie man in der Öffentlichkeit wieder mehr Gehör finde. Wichtig sei ein Ende der Polemik, so die GBAA. Gerade Kurzstreckenflüge könnten durch den Einsatz von Elektroflugzeugen und von Wasserstoff-Antrieben auf Regionalflügen in neuem Licht erscheinen.

Die GBAA ist die Interessenvertretung aller an der Wertschöpfungskette beteiligten Unternehmen der Geschäftsluftfahrt. Sie zählt über 100 Mitglieder aus den Bereichen Luftfahrtunternehmen und Werksflugbetriebe. Flugzeughersteller sowie Wartungs- und Finanzunternehmen sowie weitere Dienstleister aus der Luftfahrt zählen ebenfalls zu den Mitgliedern. Insgesamt verfügen die Mitglieder über eine Flotte von mehr als 150 Verkehrsflugzeugen unterschiedlichster Größenklassen.

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