Europäische Luftfahrtgewerkschaften wollen Fluggesellschaften wegen mutmaßlicher Arbeitsrechtsverletzungen beim Cateringanbieter Flying Food Group stärker unter Druck setzen. Die Civil Aviation Section der European Transport Workers’ Federation ETFverabschiedete dazu eine Solidaritätsresolution für mehr als 1000 Beschäftigte an den Flughäfen Los Angeles International Airport und San Francisco International Airport.
Die Mitarbeitenden, vertreten durch die US-Gewerkschaft Unite Here, kämpfen seit fünf Jahren für einen Tarifvertrag. Flying Food Group beliefert zahlreiche europäische Airlines mit Bordverpflegung, darunter Lufthansa, Air France, Virgin Atlantic, Austrian Airlines, KLM, ITA Airways, Scandinavian Airlines, Tap Air Portugal und Cargolux.
Auslöser der neuen Initiative ist unter anderem ein Bericht zweier Arbeitsrechtsexperten, der dem Unternehmen Verstöße gegen mehrere Kernarbeitsnormen der International Labour Organization vorwirft. Zudem sollen in den vergangenen Jahren mehrere US-Behörden Beanstandungen wegen Mindestlohnverstößen, Sicherheitsmängeln und Behinderung gewerkschaftlicher Organisierung ausgesprochen haben.
Die ETF betonte, ausgelagerte Dienstleistungen entbänden Airlines nicht von ihrer Verantwortung für Arbeitsbedingungen innerhalb ihrer Lieferketten. Gemeinsam mit der International Transport Workers’ Federation wollen europäische Gewerkschaften nun direkten Druck auf die betroffenen Fluggesellschaften ausüben.