Die Koordination der europäischen Fluglotsengewerkschaften ATCEUC hat scharfe Kritik am stundenlangen Ausfall der Kommunikationssysteme im Athener Kontrollzentrum geübt. Durch den gleichzeitigen Ausfall von Haupt- und Ersatzsystemen musste der griechische Luftraum zeitweise geschlossen werden. Der Athener Fluginformationsbereich blieb rund acht Stunden gesperrt, für etwa zwei Stunden arbeiteten Fluglotsinnen und -lotsen daran, verbleibende Flieger sicher aus dem Luftraum zu führen. Tausende Flüge waren betroffen.
ATCEUC spricht von einem beispiellosen Vorfall und sieht darin ein deutliches Warnsignal für die Sicherheit und Widerstandsfähigkeit der Flugsicherung in Griechenland und Europa. Die Sicherheit sei nur dank des Einsatzes der Lotsinnen und Lotsen gewährleistet worden, nicht wegen der Technik. Ursache des Problems seien veraltete und chronisch unterfinanzierte Systeme.
Die Organisation fordert die griechische Regierung zu raschen Reformen und deutlich höheren Investitionen auf. Auch europäische Institutionen sollen den Aufbau eines modernen und belastbaren Flugsicherungssystems weiter unterstützen. Zugleich betont ATCEUC die Solidarität mit den betroffenen Lotsinnen und Lotsen und Nachbarstaaten, die während der Krise Unterstützung leisteten.