Der deutsche Luftverkehr hat im ersten Halbjahr 2026 erneut an Dynamik verloren. Nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft BDL nutzten 97,7 Millionen Passagiere die deutschen Flughäfen – 0,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Das Sitzplatzangebot sank auf 85 Prozent des Vorkrisenniveaus von 2019, während es im übrigen Europa auf durchschnittlich 111 Prozent stieg. Deutschland belegt damit nur Rang 28 von 31 europäischen Ländern.
Der BDL macht hohe staatliche Standortkosten sowie den Nahostkonflikt für die Entwicklung verantwortlich. Präsident Lars Redeligx begrüßte zwar die geplante Senkung der Luftverkehrsteuer und den Bürokratieabbau, forderte jedoch weitergehende Entlastungen. Nach Verbandsangaben müssten die staatlichen Standortkosten um rund zwei Milliarden Euro beziehungsweise etwa 15 Euro pro Passagier sinken, um die Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen. Während die Luftfracht leicht zulegte, bleibt insbesondere der innerdeutsche Verkehr mit nur noch 48 Prozent des Niveaus von 2019 deutlich unter Vorkrisenniveau.