Die senegalische Fluglinie zieht einen Schlussstrich unter ihre Langstreckenambitionen: Die beiden Airbus A330-900, einst Symbol für den interkontinentalen Ausbau, werden nach nur rund sechs Jahren ausgemustert, wie das Portal News Aero berichtet. Das letzte der beiden Flugzeuge wurde demnach aus dem Register der Luftfahrtbehörde ANACIM gestrichen. Der Jet soll demnach bald das Land verlassen. Technische Probleme und Engpässe bei Ersatzteilen hatten den Betrieb seit 2025 erschwert. Die Krise reicht jedoch tiefer.
Finanzierungsstreitigkeiten führten bereits zuvor zur Beschlagnahmung eines Flugzeuges, während ein Konflikt mit dem Leasinggeber Carlyle Aviation den Verlust von vier Kurzstreckenjets nach sich zog. Insgesamt belaufen sich die Schulden von Air Sénégal inzwischen auf umgerechnet rund 198 Millionen Dollar. Nut staatliche Notfallhilfen konnten bislang einen Kollaps verhindern. Mit der Stilllegung großer Teile der Flotte ist Air Sénégal inzwischen fast vollständig auf teure Wet-Lease-Verträge angewiesen. Gleichzeitig wurde das Streckennetz deutlich reduziert, Komforteinbußen auf Langstrecken sorgten für Kritik.
Die Regierung versucht gegenzusteuern, ein Sanierungsplan und eine strategische Neuausrichtung sollen die Airline stabilisieren. Hinter den Kulissen wird laut News Aero aber auch über eine mögliche Abwicklung und einen Neustart unter neuen Strukturen diskutiert.