Die Schweizer Armee soll in den kommenden Jahren massiv in den Bereich unbemannter Systeme investieren. Das geht aus den vom Schweizer Bundesrat verabschiedeten Leitlinien für die Verteidigung hervor, die er am Freitag (19. Juni) veröffentlichte. Demnach zählen hybride Aktionen und Angriffe aus der Distanz – etwa mit Drohnen, Marschflugkörpern oder ballistischen Lenkwaffen – künftig zu den wahrscheinlichsten Bedrohungen für die Schweiz.
Im Zentrum der Neuausrichtung steht der rasche Aufbau neuer Drohnenfähigkeiten. Bereits 2028 soll ein erstes Miliz-Drohnenbataillon aufgestellt werden. Es soll sowohl Aufklärungsmissionen übernehmen als auch Ziele bekämpfen können. Vorgesehen ist unter anderem der Einsatz von Abfangdrohnen zur Abwehr feindlicher Drohnen. Langfristig sollen unbemannte Systeme flächendeckend in die Truppe integriert werden. Dafür plant die Armee zudem die Schaffung eines eigenen Kommandos für Drohnen und Robotik.
Der Bundesrat verweist auf die Erfahrungen aktueller Konflikte, in denen Drohnen, Robotik und künstliche Intelligenz die Kriegführung grundlegend verändern. Unbemannte Systeme sollen künftig nicht nur für Aufklärung und Zielbekämpfung eingesetzt werden, sondern auch logistische Aufgaben übernehmen oder Verwundete transportieren. Gleichzeitig will die Schweiz zusätzliche Systeme zur Abwehr von Mini-Drohnen beschaffen. Insgesamt soll die Armee bis Mitte der 2030er-Jahre in die Lage versetzt werden, hybride Bedrohungen und Angriffe aus der Distanz abzuwehren.