Eine Tecnam P2006T eines privaten Besitzers: Ähnlichkeit mit dem Vulcanair-Modell.

Gemeinsame GeschichteTecnam und Vulcanair - die Zwillinge aus Italien

Ein Streit und eine Insolvenz führten zur Gründung von Tecnam und Vulcanair. Dass die Flugzeuge der beiden italienischen Hersteller sich ähneln, hat einen historischen Grund.

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Neue Autos sehen häufig sehr ähnlich aus - selbst wenn sie von unterschiedlichen Herstellern stammen. Einerseits führen aerodynamischer Bedürfnisse und neue Technologien dazu, dass sich die Konstruktionen einander annähern. Außerdem arbeiten viele Autohersteller zusammen, um Kosten zu sparen, indem sie etwa das gleiche Fahrgestell für verschiedene Marken entwickeln.

Auch in der Luftfahrtindustrie gibt es Ähnlichkeiten - wenn auch deutlich seltener. Auch das liegt an den aerodynamischen Bedürfnissen. Die Modelle von Tecnam und Vulcanair sind aber fast schon Zwillinge. Das hat aber einen anderen Grund. Es liegt an ihrer gemeinsamen Geschichte. Sie basieren auf Arbeiten des inzwischen nicht mehr existierenden Flugzeugherstellers Partenavia.

Ein Erfolgsmodell, aber kein Erfolg

Partenavia wurde 1957 von Luigi und Pascale in Neapel gegründet. Er war erfolgreich mit dem Bau und Verkauf leichter einmotoriger Flugzeuge wie der P.66. Ihr wohl berühmtestes und erfolgreichstes Flugzeug ist jedoch die zweimotorige sechssitzige P.68 Victor. Neben der Beförderung von Passagieren wird das Flugzeug auch vom Militär, den Strafverfolgungsbehörden und anderen Regierungsbehörden als Luftvermessungsflugzeug eingesetzt. Bislang wurden mehr als 400 Exemplare gebaut.

Eine Vulcanair P.68R eines privaten Besitzers. Bild: Robert Erenstein

Trotz des Erfolges führten finanzielle Schwierigkeiten 1981 zum Verkauf des Unternehmens an die italienische Staatsgesellschaft Aeritalia. Ein anderer Führungsstil veranlasste die Kernbelegschaft aber nach einiger Zeit, das Unternehmen zu verlassen. Sie gründeten 1986 Tecnam. Partenavia dagegen wurde 1998 insolvent.

Vulcanair wartet noch auf  den Durchbruch

Dies nutzte der neapolitanische Ersatzteilhersteller Vulcanair (der seinen Namen vom  Vesuv ableitet). Er übernahm alle Vermögenswerte, Warenzeichen, Entwürfe und Rechte der insolventen Partenavia. Er konzentriere sich auf die Förderung der verschiedenen P.68-Versionen für Beobachtungs- und Spezialmissionsflüge sowie den Passagiertransport. Angesichts der weltweiten Zunahme einmotoriger Flugzeuge wurde die V1.0 entwickelt, die 2014 ihren Erstflug absolvierte und auf der Partenavia P.64B basiert. Bislang wurde sie allerdings nur in einer sehr geringen Stückzahl verkauft.

Tecnam hatte derweil mit dem Bau von Ultraleichtflugzeugen wie der P.92 Eaglet Erfolg. Bisher wurden mehr als 2600Exemplare gebaut. Dies motivierte die Firma, wieder kleine zweimotorige Flugzeuge zu bauen. Nachdem Vulcanair das Erbe von Partenavia übernommen hatte, musste ein neues Design her. Es lässt sich jedoch nicht leugnen, dass die jahrelange Konstruktionserfahrung bei Partenavia in die daraus entstandene P.2006 eingeflossen ist, die 2010 zum ersten Mal flog. Auch die Namenskonvention wurde beibehalten.

Ein Erfolgsmodell, aber kein Erfolg

Sowohl Tecnam als auch Vulcanair  erwähnen, dass sie auf eine 60-jährige Erfolgsgeschichte zurückblicken können. Sie sind zwar unabhängige Unternehmen und somit Konkurrenten. Dennoch arbeiten sie bei der Wartung der Flugzeuge zusammen.

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