Hong Kong Airlines soll Delfine in fliegenden Särgen transportiert haben.

Vom Frachtraum ins Versuchslabor

Fluglinien stehen unter Kritik, wenn sie Tiere für Versuchslabors transportieren. Immer mehr verzichten daher darauf.

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Am Ende gab Hong Kong Airlines nach. Mehr als 6500 Menschen hatten eine Petition unterzeichnet, in der sie die Fluggesellschaft aufforderten, den Transport lebender Delfine von Japan nach Vietnam zu unterlassen. 100'000 Dollar soll die Airline laut dem amerikanischen Nachrichtensender ABC dafür erhalten haben. Chinesische Medien hatten den Fall davor aufgedeckt. Es handelte sich um Tiere aus dem umstrittenen Taiji, einem idyllischen Küstenort in Japan, wo jährlich Tausende von Delfinen in eine Bucht getrieben und dort als Delikatesse geschlachtet oder für Unterhaltungsparks wie Sea World gefangen werden. In «fliegenden Särgen» habe man die Tiere transportiert.

Erst hatte Hong Kong Airlines nicht nachgeben wollen. Man habe sich an die Regeln der Iata gehalten, was den Transport lebender Tiere angehe und sämtliche Aspekte des Tierschutzes berücksichtigt. Kein Delfin habe während dieser Transporte gelitten. Doch als immer mehr Kritik laut wurde, die Zahl der Unterschriften weiter stieg, entschloss die Fluglinie sich, den Transport von nun an zu unterlassen. Auch die brasilianische TAM und die chinesische Hainan Airlines haben kürzlich beschlossen, künftig auf solche Transporte zu verzichten - nachdem zahlreiche Tierschutzorganisationen, unter ihnen Peta und BUAV (British Union for the Abolition of Vivisection) gegen den Transport lebender Affen durch Airlines zu Experimentierzwecken protestiert hatten.

Liste der Guten

Hainan Airlines sollte eigentlich im Februar Affen von China nach Toronto transportieren, TAM lieferte regelmäßig Affen aus Südamerika an Labore in die USA. Laut Michelle Thew, Präsidentin von BUAV, stößt das Transportieren von Primaten zu Tierversuchen auf regen öffentlichen Widerstand und man hoffe, dass sich auch alle übrigen Airlines diesem «grausamen Handel» entsagen. Die drei zusätzlichen Fluglinien schließen sich somit einer Reihe von Konkurrenten an, die aus ethischen Gründen auf Primatentransporte verzichten, darunter Alitalia, American Airlines, British Airways, China Airlines, Delta Airlines, Nortwhest Airlines, United Airlines und United Airlines. Auch Austrian Airlines, Lufthansa und Swiss International nehmen keine Tiere mit, die in Labore gehen.

Laut dem U.S. Fish and Wildlife Service sind 2010 knapp 23'000 Affen aus Ländern wie China, Mauritius, Vietnam und Indonesien zu Laborexperimenten in die USA geflogen worden. Einige wenige Airlines führen weiterhin solche Transporte aus. Zu ihnen zählen unter anderem Air Canada, Air China, Air France oder China Eastern Airlines. Die Tierschutzorganisation Peta verweist auf ihrer Website zu einem vorgefertigten Protestschreiben an die Chefs dieser Airlines.

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