Die HB-IWF: Die McDonnell Douglas MD-11 von Swissair stürzte in der Nacht auf den 3. September 1998 bei Halifax ab.

Unglücksflug Swissair SR111Das Schweizer Trauma

Vor 20 Jahren stürzte Flug SR111 von Swissair bei Halifax in den Atlantik. Das tragische Unglück hatte Auswirkungen auf die Luftfahrt weltweit.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Head of Mechanical Final Assembly PC-12 (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Wenn Schweizer das Wort Halifax hören, dann kommt den meisten erst einmal etwas ziemlich Schlimmes in den Sinn. Vor 20 Jahren wachte das Land zu den Nachrichten auf, dass Swissair-Flug SR111 in der Nacht auf den 3. September 1998 auf dem Weg von New York nach Genf fünf Meilen in der Nähe der kanadischen Stadt in den Atlantik gestürzt ist. Alle 229 Insassen kamen dabei ums Leben.

Auch nach fünf Jahren konnten die Ermittler nicht abschließend klären, was zum Absturz der McDonnell Douglas MD-11 mit der Registrierung HB-IWF geführt hatte. Aus Millionen von Trümmerteilen und 275 Kilometern Kabel hatte man sogar das Wrack in der Hoffnung auf Antworten rekonstruiert.

Brand an Bord

Was klar ist: An Bord von SR111 kam es zu einem Feuer. 53 Minuten nach dem Start am JFK-Flughafen bemerkten die Piloten der Swissair-Maschine einen merkwürdigen Geruch an Bord. Irgendwoher kam Rauch. Sie entschieden sich, eine Notlandung in Halifax einzuleiten und arbeiteten dazu die Checkliste ab, die ihnen von der Fluggesellschaft vorgegeben war.

Systeme abschalten, die Kabinencrew anweisen, das Essen abzuräumen, alle Brandquellen überprüfen. Das alle kostete Zeit und sorgte – wie schließlich die Ermittlungen der Behörden ergaben – auch für Streit im Cockpit. Der Kapitän wollte die Regeln befolgen, der Kopilot einfach schnell landen - wo und wie auch immer.

Fischer als erste Helfer

Die Zeit reichte nicht. Im Cockpit kam es bald zu so einer starken Rauchentwicklung, dass die Piloten ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen konnten. Aus dem Cockpit gab es einen letzten Funkspruch: «Und wir erklären jetzt einen Notfall, Swissair 111». Dann brach der Kontakt zu den Lotsen ab. Da war die Temperatur im Cockpit massiv gestiegen. So sehr, dass teilweise das Aluminium der MD-11 zu schmelzen begann.

Um 22:31 Uhr Ortszeit wurden die Einwohner der Dörfer nahe der Küste von dem Donner-ähnlichen Geräusch geweckt, als die MD-11 mit 550 Stundenkilometern im Meer zerschellte. Fischer aus dem Dorf Peggy's Cove agierten prompt als freiwillige Helfer und gehörten mit zu den ersten an der rund fünf Meilen vor der Küste gelegenen Unglücksstelle.

Änderungen in den Abläufen

Heute erinnern noch zwei Denkmäler an der kanadischen Küste an das Unglück. Doch auch sonst hatte die Tragödie von SR111 Auswirkungen – nicht nur auf diejenigen, die akut betroffen waren, sondern auf die ganze Luftfahrt. Zum einen stellte sich heraus, dass das Isoliermaterial im Cockpit zu leicht brennbar war. Es wurde in der Folge aus der Luftfahrt verbannt. Zum anderen gaben Behörden aus aller Welt nach Swissair 111 über 50 Sicherheitsweisungen heraus.

Auch für die Arbeit der Piloten änderte sich etwas. Wie wichtig der Faktor Zeit bei der Notlandung war, ist inzwischen klarer. Die Regel für Notlandungen im Fall eines Feuers wurde geändet: So schnell wie möglich runter – wo immer es geht. Zeitfressende Checklisten sind Vergangenheit.

Video

Airbus A350 von Finnair in Melbourne: Der Weihnachtsmann fliegt selbstverständlich mit der finnischen Nationalairline nach Australien.
15.200 Kilometer, ein Zwischenstopp in Bangkok und ein neuer Kontinent im Streckennetz: Finnair hat ihre erste Australien-Verbindung eröffnet. Weshalb die Wahl auf Melbourne fiel, warum auch Fracht eine wichtige Rolle spielt und weshalb selbst der Iran-Krieg die Airline nicht von ihren Plänen abbrachte.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
6767 bitte? Der Wunsch wurde dem Piloten erfüllt.
Ein Privatpilot in den USA wollte beim Funken offenbar ein bisschen Spaß haben. Also fragte er die Flugsicherung nach einem ganz bestimmten Transpondercode: 6767. Der Fluglotse verstand die Anspielung auf das Internet-Meme Six Seven und musste lachen.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Anflug auf Tel Aviv mit Airbus A330 von Swiss: Vorerst nicht mehr möglich.
Jahrelang gehörte der Airbus A330 auf der Strecke zwischen Zürich und Tel Aviv zum gewohnten Bild. Doch damit ist vorerst Schluss: Swiss stellt im Sommer 2027 sämtliche Flüge auf Airbus A321 Neo um.
Luca La Rocca
Luca La Rocca