Letzte Aktualisierung: um 13:39 Uhr
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Stressfalle Flughafen

Flughäfen sind keine Orte der Entspannung, das ist klar. Viele Reisende stresst der Aufenthalt sogar so, dass sie ganz aufs Fliegen verzichten.

Joi Ito/Wikimedia/CC

Abflugshalle am Pariser Flughafen Charles De Gaulle: Passagiere fühlen sich bei Verspätungen und Flugausfällen oft ausgeliefert.

Verspätungen, verlorenes Gepäck, lagwierige Sicherheitschecks – Flughäfen sind nicht immer die entspannteste Umgebung. Für viele Reisenden aber verursacht der Aufenthalt am Flughafen einen so massiven Stress, dass sie lieber ganz aufs Reisen verzichten. Das hat eine Studie des britischen Kreditkarten- und Telefonversicherers CPP ergeben. Neun Prozent der befragten Reisenden haben aufgrund der vielen Stressfaktoren das Reisen mit dem Flugzeug ganz aufgegeben.

Und auch für diejenigen, die auch weiterhin fliegen, ist der Aufenthalt am Flughafen grösstenteils ein notwendiges Übel: Für fast die Hälfte fängt der Uralub erst an, wenn sie den Flughafen verlassen haben. Ein Drittel findet das Erlebnis mindestens genauso anstrengend wie die Arbeitswoche und 25 Prozent vergleichen den Stressfaktor mit dem eines Umzuges.

Vier zentrale Faktoren

Psychologe David Moxon erklärt das im Blog des Unternehmens mit vier zentralen Faktoren: Zum einen verursache jede Form des Kontrollverlusts bei Menschen Stress. An Flüghäfen packt die Reisenden oft ein Gefühl der Machlosigkeit – ob es nun ist, weil sie lange in der Schlange zum Sicherheitscheck stehen müssen, weil der Flug Verspätung hat oder man ihn vielleicht sogar verpasst. In der Studie zeigt sich, dass die stressigsten Erlebnisse alle mit dem Gefühl des ausgeliefert-seins zu tun haben.

Gleichzeitig löst die lebhafte Umgebung eines Flughafens bei vielen ein Gefühl der Angespanntheit aus. „Flughäfen sind mit die geschäftigsten Orte, an denen man sich aufhalten kann“, so der Psychologe. „Wenn man das mit Verspätungen, Schlangen und überfüllten Wartehallen kombiniert, ergibt das eine unglaublich stressige Umgebung.“

Deadlines machen Druck

Auch Deadlines sind ein grosser Faktor beim Entstehen von Stress – und am Flughafen sehen sich die Passagieren oft damit konfrontiert: Es rechtzeitig zum Flughafen schaffen, zum Check-In, dann zum Gate. Die Sorge, zu spät zu kommen löste bei immerhin 37 Prozent der befragten Reisenden Stress aus.

Schliesslich gibt es noch den Faktor der Akkumulation. Wenn alle Faktoren zusammen kommen, die Reisenden vielleicht auch schon vor Ferienantritt nervös waren, dann wird das ganze zu einer sich selbst verstärkenden Spirale.

Aber den Urlaub sollte man sich davon nicht verderben lassen. Immerhin lässt sich inzwischen ein grosser Teil der anstrengenden Dinge schon vor dem Flug online erledigen. nutzt man Services wie etwa den Online-Check-In, so kann man zumindest eine lange und anstrengende Schlange schon vermeiden. Und sehr gut hilft mit Sicherheit auch die Aussicht auf den nach dem ganzen Stress noch mehr verdienten Urlaub.



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