Flieger von Latam in Chile: Die Konkurrenz durch Billigflieger ist groß.

UmbauSoll Latam zum Billigflieger werden?

Südamerikas größter Fluggesellschaft steht ein Umbau bevor. Dabei könnte Latam auf den Druck der Billigflieger-Konkurrenz reagieren.

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Während Ryanair in Europa schon lange Flugtickets zum Preis eines Abendessens verkaufte, war Lowcost in Südamerika noch ein Fremdwort. Doch das hat sich in den vergangenen Jahren geändert. In vielen Ländern entstanden Billigfluggesellschaften und einige von ihnen entwickelten schnell internationalen Expansionsdrang.

So formulierte der Chef der chilenischen Billigairline Sky Airline, Holger Paulmann, 2018 im Gespräch mit aeroTELEGRAPH das Ziel: «In zehn Jahren ist Sky Airline der Lowcost-Leader in Südamerika.» Die ebenfalls chilenische Jetsmart expandiert mit dem Investor Indigo Partners im Rücken nach Argentinien, Peru, Brasilien und Kolumbien.

Brasilianer bei Latam auf Rückzug

Dieser Wandel setzt die beiden großen traditionellen Fluglinien Südamerikas gehörig unter Druck: die chilenisch-brasilianische Latam und die kolumbianische Avianca. Beide flüchteten sich in der Corona-Krise in Gläubigerschutzverfahren.

Bei Latam, an der auch Qatar Airways und Delta Air Lines beteiligt sind, kündigt sich ein Wandel an. Die brasilianische Amaro-Familie wird ihre Investition in die Fluggesellschaft reduzieren. Die chilenische Cueto-Familie plant dagegen laut südamerikanischen Medien, weitere 250 Millionen US-Dollar in die Airline zu investieren.

Latam steht ein Umbau bevor

Ende Januar muss Latam ihren Plan präsentieren, um das Gläubigerschutzverfahren zu verlassen. Dazu soll das Vorhaben gehören, die Fluglinie mit dem neuen Geld der Cuetos umzubauen auf ein Billigfliegermodell, berichtet das Portal Reportur unter Berufung auf Analysten. Details sind dabei noch nicht genannt.

Doch wird Südamerikas größte Fluggesellschaft wirklich zur Billigairline? Im chilenischen Inlandsmarkt steht Latam durch Jetsmart und Sky Airline tatsächlich unter großem Druck und hat in den vergangenen Jahren zum Beispiel auch schon einen Tarif eingeführt, bei dem der Passagier wie bei einer Low Cost Airline alle Extras separat dazubuchen muss.

Langstrecke wird schwerlich Lowcost

2018 gab es Berichte, die Airline arbeite an einer eigenen Billigflug-Tochter, die besonders die regionalen Zubringerflüge für die Langstreckenrouten von Latam fliegen könnte. Tatsächlich wäre solch ein Modell - mit oder ohne Tochterfirma - auch heute denkbar.

Latam könnte im Inland und innerhalb Südamerikas die Kosten weiter drücken und das Angebot an die Billigflieger-Konkurrenz annähern. Auf Interkontinental-Routen dürfte der Umbau dagegen weniger radikal ausfallen. Denn erstens hat sich das Lowcost-Modell auf der Langstrecke so gut wie nirgendwo durchgesetzt. Und zweitens heißen Latam Konkurrenten in diesem Segment nicht Jetsmart und Sky Airline, sondern Iberia und KLM.

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