Lufthansa-Flug LH630: Auf dem Weg nach Dubai umgekehrt.

Nahost-KonfliktIran greift US-Stützpunkt in Katar an - Condor, Lufthansa und Swiss drehen auf dem Weg nach Dubai um

Ein Angriff des Iran auf US-Stützpunkte in Katar und im Irak hat den Luftverkehr im Nahen Osten binnen Stunden ins Chaos gestürzt. Airlines reagieren umgehend – mit Umleitungen, Umkehrflügen und Streichungen.

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In Frankfurt startete am Montag am frühen Nachmittag Lufthansa-Flug LH630 Richtung Dubai. Doch über dem ägyptischen Luftraum war Schluss: Die Crew entschloss sich zur Umkehr nach Frankfurt. Auch Swiss-Flug LX242 befand sich bereits über Saudi-Arabien auf dem Weg nach Dubai, als die Maschine die Route abbrach und schließlich in Kairo landete. Ein Airbus A320 von Condor drehte auf Flug DE2500 über Rumänien ab und machte sich auf den Rückweg nach Berlin.

Der Grund: Die Sicherheitslage im Nahen Osten ist erneut eskaliert. Der Iran hat als Reaktion auf den Angriff der US-Amerikaner US-Stützpunkte in Katar und im Irak angegriffen, der Luftraum von Qatar ist gesperrt. Laut der New York Times hatte der Iran die katarische Regierung vorgewarnt. Die internationale Zivilluftfahrt muss jetzt reagieren.

In Doha steht nach dem Angriff alles still

Besonders betroffen ist Doha. In einer Übersicht von Cirium sind zahlreiche Linienflüge verzeichnet, die am 23. Juni nicht wie geplant am Hamad International Airport in Doha landen konnten. Darunter mehrere Verbindungen von Qatar Airways selbst – aus London, Athen, Belgrad, Istanbul, Singapur, Chicago und Kuwait. Stattdessen landeten die Maschinen unter anderem in Dammam, Maskat, Riad und sogar Liege in Belgien.

Auch Airlines wie Indigo, Air India, Gulf Air, JAL und Sri Lankan Airlines waren gezwungen, Flüge umzuleiten oder umzudrehen. Auf dem Weg nach Dubai wurde neben Lufthansa, Swiss und Condor Air India-Flug AI995 zurück nach Delhi geschickt. Zwei Maschinen von Air India Express – IX191 von Amritsar und IX195 von Jaipur – kehrten nach Mumbai beziehungsweise Jaipur zurück.

Etihad leitete Flüge um und bietet flexible Umbuchung

Etihad Airways teilt auf Anfrage von aeroTELEGRAPH mit, man habe für den 23. und 24. Juni «eine Reihe von Flügen» umgeleitet. Welche genau, verriet sie nicht. Die Airline verwies auf aktuelle Luftraumbeschränkungen und betonte, man beobachte die Situation laufend. «Die Sicherheit unserer Gäste hat oberste Priorität», so Etihad.

Passagiere werden aufgefordert, den Status ihrer Flüge regelmäßig zu prüfen. Gleichzeitig bietet die Airline flexible Umbuchungen über ihr Callcenter oder Reisebüros an. Antworten von Emirates und Qatar Airways auf Anfragen von aeroTELEGRAPH über die Pläne für die kommenden Tage blieben bislang aus.

Viele Flüge nach Nahost waren noch nicht abgehoben

Die meisten Flüge aus Europa und den USA waren zum Zeitpunkt des Angriffs noch nicht gestartet. Abflüge aus Nordamerika erfolgen in der Regel erst am späten Nachmittag oder Abend, mit Ankunft am folgenden Abend. Auch aus Europa waren viele Flüge am Montagnachmittag mitteleuropäischer Zeit noch nicht gestartet – viele Verbindungen Richtung Nahost sind Spätabflüge, mit Ankunft am nächsten Morgen.

Doch angesichts der Dynamik der Ereignisse ist nicht auszuschließen, dass auch große US-Airlines und weitere europäische Fluggesellschaften reagieren werden. Inzwischen mehren sich Hinweise auf eine neue, operative Vorsicht im Umgang mit dem Luftraum über Katar, dem Irak und angrenzenden Regionen.

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