Ryanair-Boeing: Schon bald ausgedient?

Ryanair-Chef: «737MAX ist Müll»

Michael O'Leary zieht über Ryanair-Lieferant Boeing her, über die Konkurrenz ebenso - und will von deren Schwäche profitieren.

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Es geht um 300 B737 und B737MAX-Flieger. So viele Jets haben die indonesische Lion Air und Norwegian Air Shuttle insgesamt an Bestellungen bei Boeing aufgegeben. Norwegian hat außerdem noch eine offene Order für 100 Airbus A320neo. Doch dafür könnten die Fluggesellschaften eventuell nicht zahlen, denkt zumindest Ryanair-Chef Michael O'Leary. Selbst neue Flieger zu bestellen sei daher gar nicht nötig, man könne sich einfach bei den Resten der Konkurrenz bedienen, so der Unternehmer in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg. Bestellungen, die nach 2012 ausgeliefert werden, hat die irische Billigairline nicht mehr offen.

Lion Air und Norwegian kommen bei O'Leary nicht gut weg. Der Ire ist bekannt dafür, dass er in den wenigsten Angelegenheiten ein Blatt vor den Mund nimmt. Lion Air könne sich «nicht einmal eine Tüte Süßigkeiten kaufen». Und Norwegian habe «keine Ölquellen.» Dass die Orderbücher der Produzenten gerade so voll sind wie nie, findet er paradox. In Zeiten, in denen die meisten Fluggesellschaften aufgrund hoher Treibstoffkosten und starken Konkurrenzdrucks knapp bei Kasse seien, sei das nicht normal.

Die Alternative aus China

Und auch Boeing wird vom Ryanair-Chef kritisiert. Bisher fliegt der Billigflieger ausschließlich mit Jets des amerikanischen Flugzeugbauers. Doch die B737MAX, die 2017 zuerst ausgeliefert werden soll, sei «Müll». Die Ersparnisse an Treibstoff, die Boeing seinen Kunden verspreche, seien nicht glaubwürdig. Schon bald dürfte sich herausstellen, dass der Hoffnungsträger ein Gewichtsproblem habe. Das Konkurrenzprodukt A320neo lobt O'Leary. Dadurch dürfte sich der Druck auf den bisherigen Partner weiter erhöhen.

Zudem hofft die Billigairline auf einen ganz anderen Jet, der die Produkte der großen Hersteller aus dem Westen in den Schatten stellen soll. Man würde den chinesischen Hersteller Comac bearbeiten, eine Langversion der C919 zu bauen, die 199 Passagiere statt der bisher 174 fasst. Die C919 hätte auch dem A320 einiges voraus und würde in der Langversion die Konkurrenzflieger langfristig in den Schatten stellen, ist O'Leary überzeugt. Comac plant erste Testflüge für die «normale» C919 schon 2014, 2016 sollen die Flieger auf den Markt. Bis es eine Langversion gibt, könnten laut es laut Ryanair bis 2018 oder gar 2020 dauern.

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